Neue Saison beginnt…

Auf nach Griechenland

Am 10. April bin ich alleine nach Griechenland gestartet. Mein guter Freund Thomas war so nett mich nach München zu fahren. Um diese Jahreszeit gibt es noch keine Direktflüge nach Griechenland, bzw. nach Preveza denn da liegt unser Boot. Also auf den Weg erst nach München…

dann nach Preveza allerdings mit einem kleinen Umweg über London mit einer Gesammtzeit von 11 Stunden. Ging nicht anders. Die Alternative wäre noch grausamer und zwar 37 Stunden über Frankfurt – Amsterdam – London – Preveza. Also ab ins Flugzeug ….

Abends nach 19:00 Uhr nach einem halbstündigem Fußmarsch komme ich in der Marina an, nehme meine Bootschlüssel in Empfang und gehe zum Boot. Von Aussen alles in Ordnung, aber Innen erwartet mich die eine oder andere Überraschung. Aber der Reihe nach.

Ich schalte meinen Router und den Laptop ein und lasse ihn laufen. Böses Foul. Was macht Windows nach 6 Monaten Pause? Richtig!! Updates und zwar alles mögliche. Somit war mein in Deutschland unbegrenztes Datenvolumen, im Ausland nur 85GB, innerhalb der nächsten 36 Stunden verbraucht und bei mir ging nichts mehr. Kein Blog schreiben, kein Fernseh kucken, Pustekuchen jetzt muss ich den Mai abwarten. Blöd.

Arbeit fängt an

Das Schlimmste habe ich erst nach einigen Tagen entdeckt.

Durch den starken Regen über den Winter ist irgendwo, Ort gilt noch zu finden, Backbordseitig, hinter Conni ihrer Kabine Wasser eingedrungen und zwar so viel das es anschliessend über einen Kabeldurchlass in den nächsten Stauraum unter Conni ihrem Bett gesammelt hat.

Alles was nicht in Boxen war konnte ich wegschmeissen. Unter anderem die Poliermaschine und die Tücher und einiges mehr. Der Raum ist nicht klein und da war viel Wasser drin, bestimmt 2 Badewannen. Wie krieg man das Wasser raus? Richtig. Mit einer Bilgepumpe. Also was Basteln und lod gehts.

Unter anderem warte ich täglich auf meine Palette die ich mit der Spedition nach Griechenland geschickt habe. Ich rufe täglich an in Deutschland beim Pascal, Schwiegersohn eines guten Freundes der in der Spedition arbeitet, und bitte ihn sich zu erkundigen. Er ruft überall an, besorgt Telefonnummern in Griechenland die ich anrufe in Athen und Preveza um nichts zu erfahren, erhalte zwei mal die Anlieferbestätigung und bin Paff!! Wie angeliefert? Wo denn? Kein Mensch kann Auskuft geben. Und mein Griechisch, na ja lassen wir es sein. Bloß wo verdammt ist meine Palette? Letztendlich habe ich eine Idee. Die Griechen sprechen hervorragend griechisch also vor in den Shop zu einem Verkäufer wo ich die letzten Tage sehr viel eingekauft habe, gebe ihm alle notwendigen Informationen und bitte ihn für mich da anzurufen. Er ist nett und macht es. Nach 10 Minuten, in denen er selber mehrmals die Augen verdreht hat, legt er auf und grinst mich an. „Deine Palette ist in Preveza bei einer Spedition“ sagt Dimitri. Und wo frage ich. Er zeigts mir auf der Karte. Am nächsten Tag miete ich mir ein Auto und hole meine Palette bei der Spedition selber ab.

Der Skoda Kombi ist mit umgeklappter Rückbank proppet voll. Jetzt geht die Arbeit erst richtig los!

Reparaturen

Die Schäden im Bugbereich beider Kufen wurden mit Glasfasermatten und Epoxy Harz repariert. Ich habe noch nie mit Epoxy gearbeitet und habe nur aus Videos im Web gelernt wie empfindlich und anspruchsvoll das Material ist. Es gibt aber immer ein ABER!! Einer meiner Bootsnachbarn will mit nachmittags um 16:00 ein Alfa rüberreeichen. Ich bedanke mich und sage es wäre noch zu früh, er lacht nur und frägt mich ob ich kein Bier trinke. Woa das war aber hart. Ich lache nur und sage ihm ich mag das Alfa nicht und reiche ihm eine deutsche Bierdose rüber. Er freut sich und bietet mir seine Hilfe an. Ich frage ihn was er kann und er verrät mir das ist nicht sein Boot auf dem er arbeitet sondern er wurde von seiner Firma aus Capstadt hierher geschickt um das Boot instand zu setzten. Auf gut deutsch er ist Bootsbauer, hat 2018 und 2019 bei Robertson & Caine Power- und Segelkatamarane gebaut, war ausser Südafrika in Frankreich und Australien bei verschiedenen Werften tätig und versteht ein wenig was von Bootsbau. Meine Güte, wenn ich bloß 1/4 könnte. Auf jeden Fall hat mir JP sehr viel geholfen und ich konnte viel von ihm lernen.

Ich wollte auf den Mast um die Beleuchtung zu überprüfen, war zwei Mal oben und bin dabei tausend Tode gestorben. Dann habe ich die Lösung im Bild bevorzugt. War teuer aber der Maschinenführer hat sich todgelacht. Trotz Bootsmannstuhl am Korb befestigt habe ich mich an allem festgehalten was ging. Ich habe nähmlich Höhenangst. Und zwar nicht wenig. Ich geh nie nie nie wieder auf den blöden mast hoch.

Die alten kaputten Batterien sind rausgeflogen und wurden gegen neue ersetzt.

Wegen der neuen Batterien musste die ganze Elektronik getauscht werden denn das alte Zeug kennt nicht die Ladealgorithmen für die neuen LiFePo4 Batterien.

Also habe ich einen neuen Solarladeregler eingebaut, neues Batterieladegerät (für wenn man am Landstrom hängt), neuen DC/DC Wandler zum Schutz der Lithiumbatterien, eine Smart Shunt zum Monitoring aller Victron Geräte. Somit habe ich alles im Überblick auf dem Handy.

Die Ankerwinsch wurde zerlegt, gewaschen und gefettet. Die Kette mit farbiger Markierung versehen und das verrostette Magnet in der Ankerwinsch ersetzt. Jetzt geht das Kettezählwerk wieder.

Die Sitze wurden abgeschliffen und mit Epoxy Harz bearbeitet.

und nicht zuletzt die aufwendigste und schwierigste Arbeit (dachte ich!!) das Boot abschleifen

danach sieht man trotz Schutzanzug so aus

oder so

oder so

und mit Antifouling streichen

Alleine für Abschleifen und zwei Mal anstreichen habe ich 8 Tage begraucht.

Angenehme Überraschung

Eines tages klingelt mein Telefon. Kuck drauf. Ach Tom!! „Wo bist du?“ fragt er. „Na wo denn, auf meinem Schiff. Bereite mir gerade Abendessen vor“ antworte ich. „Wo ist dein Boot“ fragt er erneut. „Das weist du doch. In der Marina Kleopatra in Griechenland“ sage ich. „Wo in der Marina Kleopatra?“ frägt er eindringlich. Bei mir hüpfen die Gedanken im Hinterstüble. „Moment einmal Tom. Wo bist du?“ frage ich. „Am Eingang der Marina Kleopatra“ kam die Antort lachend und schon machte ich mich auf den Weg zum Eingang.

Am Abend gingen wir zusammen Essen.