Flucht nach Porto Heli
Wir sind sehr gerne hier in Galatas und Poros. Es ist ein sehr geschützte Gegend für das Schiff, sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, tolle Tavernen und abends ist wirklich was los.
Ich widme meine Freizeit den Sachen die man reparieren muss oder sollte. Zum letzteren gehöhrt die Abwasserpumpe der Dusche. Beim Einschalten geht sie sofort in Dauerbetrieb was eigentlich nicht sein sollte. Sie sollte nur funktionieren wenn der Schwimmschalter oder wenn sie von einem Reed-Kontakt aktiviert wird. Ich wühle mich durch die Dokumentation des Schiffes und finde was.

Ist eines der Teile die Peter selber entwickelt und gebaut hat. So sieht es in wirklichkeit aus.

Also alles durchmessen und prüfen. Ich bin der Meinung der Transistor ist hinüber und schaltet durch denn das Relais ist nicht blockiert. Mal sehen woher ich jetzt einen BC108 herkriege, wobei wenn ich mich auf die Suche mache, so wie ich Peter kennengelert habe, werde ich hier auf dem Schiff mit Sicherheit eine Box mit Transistoren finden. Nur wo? Ich habe mir sowieso vorgenommen eine erneute Inventur durchzuführen. Vielleicht finde ich was. Die Pumpe funktionier ja nur nicht automatisch.
Zu den morgentlichen Aufgaben gehört als Wichtigstes der Wettercheck. Dabei läuft mir bei einem Blick auf die Übersicht ein kalter Schauer über den Rücken.

Und das morgens um halb sieben. Andere Welt. Aber in die müßen wir auch wieder zurückkehren
Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist nicht sehr rosig in Galatas. Es ist Dienstag und ab Donnerstag wird`s extrem windig hier. Der Wind kommt äußerst ungünstig für die Lage. Für Freitag und Samstag sind sogar 35 Knoten Wind vorhergesagt. Da ist man an der Boje sicher aber mit dem Verlassen des Schiffs ist es dann nicht so einfach und nachts schaukelt es ordentlich. Darauf haben wir keine Lust und gebunden sind wir auch nicht. Also kucke ich mich um und die Wahl fällt auf Porto Heli. Tiefe, weitläufige Bucht mit vielen Versteckmöglichkeiten die aber auch vieles bietet an Tavernen und Einkaufsmöglichkeiten.

Wir landen in der Nähe des blaue Punktes. Wir verfen den Anker und ich merke beim Rückwertsfahren das wir in eine Ankerverbotszune gerutscht sind. Ich bitte Conni den Anker wirder einzuholen damit wir versetzen können. Conni versucht`s und nach einiger Zeit gibt sie Zeichen das es nicht geht. Ich lasse Maschine laufen und gehe nach vorne. Die Ankerwinsch greift aber nur so 2/3. Nach einigen Versuchen ziehe ich den Anker mit den Händen hoch und mache ihn an der Ankerwinde fest. Schnell nach hinten den der Wind schiebt uns und es besteht die Gefahr andere zu rammen. Nun da ein Ankern nicht möglich ist müssen wir entweder an den Kai oder an eine Boje. An einer großen roten Boje ist ein Schlauchboot mit zwei Männer die etwas an der Boje reparieren. Wir steuern auf sie zu und sprechen sie an. Der eine ist der Eigentümer eines Bojenfeldes hier aber er hat keinen Platz mehr. Er gibt mir die Telefonnummer eines Freundes, ich rufe den an und kurze Zeit später haben wir unweit eine Boje an der wir festmachen können. So jetzt sind wir erstmals sicher. Während ich mir die Ankerwinde in Augenschein nehme fährt ein Schlauchboot mit einem jungen Mann vorbei. „Aha ihr seid Deutsche“ höre ich. Nach kurzen Austausch legt er einfach an um mir zu helfen. So lernen wir Franz kennen.

Er lebt seit Jahren hier, erzählt er mir, betreut und repariert Boote und ist manchmal als Skipper mit anderen Schiffen unterwegs. Das Urteil ist nicht besonders ermutigend. Das Getriebe der Ankerwinde hat sich verabschiedet. So wie es aussieht sind die Zahnräder durch.
Nun werden wir hier Abwettern, nächste Woche zurück nach Galatas und so schnell wie möglich aus dem Wasser raus den ohne Anker ist nichts zu machen.
Wir haben so unsere Erfahrungen mit den Sachen die kaputtgehen daher kann uns nicht´s mehr erschüttern. Conni füttert die Möven
wir betrachten die Umgebung

und gehen an Land.

Willkommen in Porto Heli.

Also Abmarsch durch die Stadt. Klar wird erstmals die Kirche aufgesucht


Schlendern durch die Straßen der Stadt


bewundern die Durchführung mancher Installationnen (bestimmt nach griechischer Norm)

und landen in einer schließllich Taverna zum Mittagessen

„Alles meins“ will das Bild sagen aber so viel Essen geht wirklich nicht. Wir nehnem oft unterschiedliche Gerichte um tauschen zu können ud möglichst vieles zu probieren. Ist sowieso alles lecker.
Es ist Sonntag, ein Tag nach dem Ausflug nach Nafplio, als uns früh morgens Sirenen wecken. Ein Auto, zwei, drei… mit Blaulicht und Martinshorn. Tatü tata….Was ist da los? Ich kucke raus auf die Straße den es ist halb neun morgens. Alle Autos fahren ans Ende der Bucht. Ich kucke dahin und Scheiße es brennt schon wieder.

Nach kurzer Zeit kriegen wir beide die Warnung auf`s Handy

und es wird immer ernster.

Minuten später tauchen die ersten Löschflugzeuge auf und danach die Hubschrauber. Eine Stunde später ist der Spuk vorbei. Griechenland scheint auf Grund der gemachten Erfahrungen sehr gut organisiert zu sein was das Löschen von Wildbränden anbelangt.
Ich habe Andreas, den Bojenbesitzer, kontaktiert und die Bezahlung der Boje ausgemacht denn morgen wollen wir zurück nach Galatas. Hoffentlich hat Windy recht und das Wetter passt denn einen Zwischenstopp können wir uns mit den gebrochenen Getriebe der Ankerwinde nicht leisten. Morgen Abend übernachten wir nochmals in Galatas und am Dienstag Morgen geht`s raus aus dem Wasser in Kalypso bei Michael und Daniela.