Tagesausflug nach Nafplio und Kilada
Ein Tag war fast keine Sonne da. Trübes, diesiges Wetter. Der häßlichste Tag den wir heuer erlebt haben. Trotz zwei Nächte und einem Tag ohne Sonne sind unsere Batterien in einem sehr gutem Zustand.

Trotz der verbrauchten 279Ah sind die Batterien noch zu 77% geladen also sollten wir auch nach einer Woche ohne Sonne keine Probleme bekommen und auch nicht gezwungen sein die Maschine anzuschmeißen damit die Batterien geladen werden. Und am nächsten Tag als die Sonne wieder strahlte hat die Anlage erst richtig losgelegt und fast 5KWh produziert.

Es ist jeden Tag windig wie vorhergesagt hier in Porto Heli aber nur auf dem Schiff bleiben ist auch nicht unseres. Nachdem wir einen Tag die eine Seite der Stadt erkundet haben und am nächsten Tag die andere Seite der Stadt zu Fuß abgelaufen sind haben wir beschlossen uns ein Auto zu mieten und nach Nafplio zu fahren um uns die Stadt anzuschauen. Die Autovermietungen in der Nähe der Marina sind Wegelagerer. Wir finden einen vernünftigen Autovermieter, der noch immer das 5fache verlangt als in Athen, aber da kann man nichts machen. Für`n fuffi pro Tag bekommen wir einen kleinen Corsa.

Es ist nicht weit von Porto Heli bis Nafplio, nur 80 Km, aber die Strecke hat es in sich. Kurvenreich mit engen Straßen tut man sich mit dem kleinen PS armen Auto schwer LKW`s zu überholen. Nach mehreren „Pass auf“, „Nein, nein, nein“ und „langsamer“ (Kommentare des Beifahrers!!), kommen wir in Nafplio an und Conni die sich hier auskennt, denn sie war im April schon hier als ich im Krankenhaus in Argos lag, lotst mich ans Ende der Halbinsel wo wir kostenlos Parken konnen. Wir schlendern durch die Stadt

und werfen einen Blick auf die oben auf dem Felsen gebaute Festungsanlage Palamidi.

Wir suchen nach einem Weg um da oben hinzukommen und finden einen Fußweg der in angeblich 20 Minuten nach oben führen soll. Bei mir im Hinterstübchen erwacht ein Bild namens „Madonna del Monte“ wie vor zwei Jahren in Italien als ein Wanderweg von 30 Minuten zum steilen Anstieg von 1,5 Stunden wurde. Werft einen Blick auf die linke Seite des Bildes. Da sind die Treppen!! Da geht`s rauf.

Wenn wir schon da sind gehen wir halt rauf. Es sind nur Treppen!! Es hilft nur stur in den Boden zu schauen und einen Fuß vor den anderen zu setzen den irgendwann müssen die Treppen zu Ende sein. Unterwegs treffen wir einen kleinen Igel der von einem französischem Treppensteiger mit einer Kappe Wasser versorgt wird. Wir lassen ihm ein Stückchen Banane da.

Der schwierige Anstieg wird mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt belohnt.

Und ganz oben angekommen ist es noch beeindruckender.
Oben am Eingang angekommen steht gleich die Kasse. Ich tapse hin, begrüße den Menschen und verlange ihm 20€. Er kuckt mich an und frägt wieso? Weil ich zu Fuß hier rausgekommen bin antworte ich. Er lacht und sagt „Ne, ne. Ich bekomme 20€ von ihnen und zwar pro Nase“. Also milionen von Treppen überwinden und dann noch 20€ pro Nase!! Das riecht nach Verhandlungen. Es werden welche geführt und wir dürfen für 20€ beide rein.

Die Festungsanlage ist beeindrucken groß und besteht aus acht Bastionen. Wir haben uns zwei Stunden Zeit genommen um bis ans andere Ende der Festungsanlage zu laufen. Der Erhaltungsaufwand dieser Festung muß enorm sein. Es wird sehr viel dafür getan und die 20€ Eintritt sind vollkommen berechtigt.




Die engen Durchgänge zwischen den Bastionen konnten gut verteidgt werden.

Es gab Verteidigungstunnels mit Schießscharten

und im Kerker war ich auch



Gut im Gegensatz zu vielen anderen durfte ich wieder raus.

Der Schwachpunkt der Festungsanlage die Achilles Bastion. Hierüber ist die Festung zwei Mal erobert worden. Im 17. Jahrhundert von den Türken und im 18. Jahrhundert von den griechen die sie zurückeroberten. In der Festungsanlage ist auch eine kleine Kapelle.

Ganz hinten in der Festungsanlage hole ich die Drohne raus (trotz Verbot) und mache bei sehr starkem Wind eine kurze Ausnahme.
Auf dem Rückweg fange ich an die Treppen zu zählen denn es würde mich schon interessieren wie viele wir heute auf- und abgestiegen sind. Zeit für einen Blick auf die Acronauplia Festung in der Stadt bleibt trotzdem.

Ich zähle und zähle…..Für jeden Hunderter strecke ich einen Finger. Bevor wir unten sind müßen die Zehen ran. Ich habe auf dem Rückweg bis in die Stadt 1178 Treppen gezählt. Und das waren nicht alle denn die Treppen die wir in den verschiedenen Bastionen auf und abgegangen sind sind nicht dabei. Im Internet steht etwas von 1000 Treppen. Vielleicht von unten bis oben, ja aber ohen die ganzen Treppen die man in der Anlage rumkraxelt? Wir sind unten. Fertig sind wir und wenn wir eine Treppe sehen gehen wir in eine andere Richtung. Wir setzen uns in eine kleine Taverna und genießen ein Hähnchen Pitabrot als ein kleiner Bummelzug vorbeifährt. Aha! Den müssen wir haben. Was sagt Dr. Google? Dahin müssen wir. Auf geht`s.

Und los geht`s vorbei an den ganzen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Es geht sogar in die Fußgängerzone vorbei an den Menschen die ihr Kaffee genießen.

und an den Läden

Vorbei an den Statuen wichtiger Staatsmänner, Helden und Anführer der Revolution


und erfreulicher Weise an einer Sehenswürdigkeit die ich soweiso aufsuchen wollte und es mir somit erspart habe. Der Löwe der Bayern!!

entstand 1840-1841, finanziert von König Ludwig von Bayern in Gedenken an die bayrischen Soldaten, die 1833-1834 an Typhus gestorben und in dieser Gegend bestattet waren. Unser Ludwig.
Auf dem Rückweg hatten wir den Besuch einer Kirche geplant. Es ist die Saint Luke Kirche mitten im Nirgendwo. Nicht wie erwartet in einer Stadt oder Dorf. Nein. Wirklich mitten in der Pampa steht die imposante Kirche Saint Luke.

Es ist eine relativ neue und moderne Kirche.



Interessanter Weise hat die Kirche ihren Glockenturm am Boden.

Es langt. Jetzt geht´s nach Hause. Es ist schon bereits nach fünf Uhr und wir brauchen noch eine gute Stunde bis Heim. Aber unterwegs will Conni noch nach Kilada. Das ist die Bucht wohin wir ursprünglich wollten. Also kucken wir sie an. Es ist ein schöner ruhiger Ort, auch sehr geschützt gelegen der uns gut gefällt. Wir parken und wollen uns ein wenig umschauen.

Kuck mal da ist eine Kirche. Schauen wir mal vorbei. Und prompt landen wir bei einer griehischen Hochzeit.

Die Kirche ist Innen und Aussen schon geschmückt.

und wir und die Gäste warten auf die Braut die endlich kommt nachden das Autokorso hupend zwei Mal an der Kirche vorbei ist und durch den ganzen Ort gefahren ist.
Dann geht`s für die ganze Hochzeitsgesellschaft in die Kirche
und wir gönnen uns ein Bierchen.

Und jetzt ab nach Hause. Wir kommen spät an, es ist schon dunkel bis wir auf`s Schiff kommen und wir haben einen schönen aufregenden Tag hinter uns.