Kap Sounio

Mit vollen Wassertanks und Speisekammer verlassen wir das wunderbare Poros in Richtung Norden. Unser Ziel ist der Evia Kanal nördlich von Athen. Noch haben wir August und der Meltemi, der griechische Pendant des französischen Mistral oder der kroatischen Bura, kann mächtig zu Werke gehen. Der Meltemi ist nicht so spontan wie die Bura, die sich innerhalb von Stunden aufbaut und wieder verschwindet, oder so kräftig wie der Mistral, der wenn er Lust hat mit über 200 Km/h zur Sache geht, aber dafür ausdauernd. Der Meltemi kann schon mal in seine lieblings Richtung von Norden nach Süden gepflegte drei bis fünf Tage wehen. Das war für so manchen Charterer eine böse Überraschung. Von der Basis nach Süden ein Traum schön mit dem Wind und zurück zur Basis ein Albtraum wegen vier Tage Kreutzen gegen den Wind. Eingefleischten Seglern mit einem Mono macht das nichts aus aber Kreutzen mit einem Kat ist so sinnlos wie ein Kropf. Also bei uns ist gute Planung wichtig denn Zeit haben wir ja ohne Ende bis Oktober.

Unser Ziel vor Augen starten wir in Richtung Norden. Wind ist gut und wir Motorsegeln denn die Strecke zu unserem Ziel beträgt über 30sm und mit relativen 3kn bräuchten wir 10 Stunden. Nö kein Bock. Mit dem Yanmar Segel schaffen wir ca. 5kn und wenn die Genua dazu kommt geht’s mit bis zu 6,3kn. Dann wäre die Strecke in 5 Stunden erledigt. Aber ich bin ja bekanntlich ein Glückspilz (leider in die andere Richtung). Auf halber Strecke dreht der Wind und wir bekommen ihn voll auf die Schnautze. Mist. Kurs ändern. Wellen schräg angehen und nach 7,5 Stunden erreichen wir die Bucht von Kap Sounio. Wir drehen die Ehrenrunde durch die Bucht, so bezeichne ich die Suche des Ankerplatzes, und werfen unseren Anker in 7m Tiefe.

Der Sonnenuntergang ist wunderbar und es werden Touris mit dem Bus von Athen hierhergekarrt um ihm zu sehen.

Die Bucht ist nichts besonderes hat aber am süd-östlichen Ende die Überreste des Poseidon Tempels stehen. Da ich so meine Erfahrungen mit den archeologischen Stätten gemacht habe, und ganz Griechenland ist eine archeologische Stätte, lasse ich am nächsten Morgen sehr früh die Drohne fliegen bevor mir einer das verbieten kann. Hier einige Bilder.

und dann kam die Sonne.

Obwohl die Nacht nicht die beste war, ein Schwell ging die ganze Nacht in die Bucht von den großen Kreutfahrtschiffen die über Nacht nach Athen müssen, wollen wir heute den Tempel besuchen. Conni hat ein schönes Bild im Web ausgesucht.

So wie er kuckt würde ich mich mit ihm nicht anlegen denn er kann mächtige Wellen machen und wir werden ihn noch brauchen dieses Jahr und so Gott will die nächsten auch noch 😉

Wir machen uns auf den Weg und parken unser Dinghi an einer sicheren Stelle

Mit unseren Wanderschuhen

erklimmen wir den Hügel durch unwegsames Gelände. So etwas wie hier haben wir noch nirgends erlebt. Das komplette Areal ist umzäunt und mit echtem NATO-Stacheldraht gesichert.

Oben angekommen werfen wir einen Blick in die Bucht

machen lustige Fotos mit unserem Schiff

und drehen ein Runde über das Gelände.

Es gibt leider nicht viel zu sehen. Der Rundgang ist vorgegeben und alles ist abgespert. Es gibt nur zwei Erläuterungstafeln

auf dem ganzen Gelände und das für 10€/Person Eintritt. Nun ja der Hochsicherheitszaun muß irgendwie finanziert werden. Der Wiederaufbau des Tempels ist auch nur provisorisch und nicht besonders professionell erfolgt denn auch ich als Laie kann erkennen das die Steinquader nicht überall zusammenpassen wie man auf den Bildern auch sehen kann. Scheint alles nur für Touris aufgebaut zu sein die von Athen und anderswo hierher mit den Bussen gekarrt werden. Bin ein wenig enttäuscht.

Wir gehen zurück zum Schiff und machen dieses startklar. Es geht weiter.