Marmari auf Insel Evia

Wir verlassen wie geplant unseren Liegeplatz und halten Ausschau nach schönen Stellen. Wir umkurven die eine oder andere Insel und stellen fest das die Anzeige auf dem Kartenplotter nur teilweise stimmt.

An manchen Stellen wo niedriges Wasser angezeigt wird hat es in Wirklichkeit noch immer 30 Meter. Zum Schnorcheln oder Tauchen schon ein wenig tief. Als wir raus sind zwischen den Inseln kommt der Autopilot dran und es geht Richtung Marmari denn die Admiralität hat gelesen das es da einen Kai gibt an dem wenn man rechtzeitig ankommt das Glück haben kann einen Liegeplatz zu bekommen. Die Wassertiefe ist mit 2 Meter zu gering für Segler. Für uns kein Problem. Wir kommen an und der Kai ist leer bis auf einen Segler. Wir bereiten das Schiff vor und legen steuerbordseitig in entsprechendem Abstand hinter dem Segler an.

Noch während wir festmachen legt der Segler ab und fährt raus. Plötzlich sehe ich ihn zurückkommen. Was ist los? Sie haben beim Ablegen einen Bootshaken verloren und den wollen sie wieder aufgabeln. Beim Rückwärts rausfahren passt der Schiffsführer nicht auf und der auflandige Wind treibt ihn in uns rein. Rums!! Schon ist es passiert. Bei uns fehlt die Hälfte der Bugschutzkappe.

Der Schiffsführer, ein Grieche, sagt mir das er für den Schaden aufkommen wird, muß jetzt aber weg. Er würde am Nachmittag wiederkommen. Tatsächlich kommt er am Nachmittag mit seinen Versicherungspapieren und entschuldigt sich für den verursachten Schaden. Ich erkläre ihm das wir keine Versicherung brauchen und ich will auch kein Geld von ihm sondern er soll dafür sorgen das der Bug wieder fachmännisch repariert wird. Er erklärt sich einverstanden, taucht im Hafenbecken, mit meiner Brille, nach der zweiten Hälfte des Bugschutzes und nimmt die Teile mit. Er will sich schlaumachen wo er das Teil herstellen lassen kann.

Conni macht sich auf den Weg den Ort zu erkunden und schickt Bilder von unterwegs.

und selbstverständlich unser Liegeplatz wo wir jetzt einige Tage bleiben werden bis unsere Purr wieder ganz ist. Einen Tatscher auf den Backbord Bug will ich jetzt nicht riskieren.

Am Abend gehen wir an der Promenade und durch den Ort spazieren betrachten den Sonnenuntergang

und später die schön beleuchtete Promenade.

Tag 2

Wir sind am Kai und erledigen einige Kleinigkeiten auf dem Schiff. Conni wäscht und ich mache den großen Tisch fertig. So jetzt haben 4 Personen locker Platz.

Da wir am Kai liegen taucht plötzlich ein Mensch auf der sich als Hafenmeister ausgibt und meine Papiere sehen will. Er bekommt die Mappe aber er sucht gezielt den IBS raus und sagt das er den braucht. OK jetzt weiß ich warum. Da stehen die Maße des Schiffes drin und danach richtet sich die Liegegebühr. Er fängt es rechnen an und mir wird bange. Nach ewiger Taschenrechnerquälerei sagt er 19,19€ für drei Tage. Hä!!??!!

Ich habe versucht das nachzuvollziehen war mir aber nicht möglich. Auch mit dem Taschenrechner 😉 nicht. Egal. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Preise hier erträglich. Wenn ich an Capri denke mit ihren 250€ pro Nacht die sie haben wollten!! Haben sie aber nicht bekommen. Hahaha. Aber der nächste Besuch war noch überraschender.

Für kurze Zeit dachte ich wir sind am Chiemsee und nicht im Mittelmeer. Es gibt weiteres Federvieh das sich hierher verirrt hat

Die zwei sind unzertrennlich, marschieren durch die Stadt und schwimmen herum. Die gehören niemandem und werden einfach von allen Menschen akzeptiert und gefüttert.

Da wir die Fahrräder rausgenommen haben sind wir mobiler und machen einen kleinen Ausflug in der Gegend.

und finden schöne Strände

Als wir zurück sind steht der Grieche neben unserem Schiff. Nikos heißt er. Er konnte nichts ausrichten mit unserer Bugkappe. Er bietet an die Reparatur jetzt notdürftig durchzuführen und später wenn ich in der Marina bin soll ich es fachmännisch reparieren lassen. Er kommt dafür auf. Er ist sehr nett und fair. Hand drauf.

Am Abend gehen wir essen

und betrachten von hier aus den Sonnenuntergang

und schöne Wolkenformationen in der untergehenden Sonne.

Später als Conni Musik hört ist sie nicht mehr aufzuhalten

Die Südländer sind halt doch ein wenig anders drauf, obwohl es mitten in den Woche ist 😉

Tag 3

Am nächsten Morgen ist es wie immer windstill und ich kann bedenkenlos die Drohne steigen lassen ohne mir Gedanken wegen der Landung zu machen. Ich nehme unseren Liegplatz auf

und ein wenig die Umgebung des noch verschlafenen Ortes auf.

Für heute haben wir uns vorgenommen nach Karystos zu fahren. Mit den Fahrrädern. Laut Rotenplanung ist es nicht weit es sind nur 13,6Km aber die 250 Höhenmetern werden uns zu schaffen machen glaube ich. Mal sehen.

Wir starten zuversichtlich und ermutigen uns gegenseitig. Irgendwann steigen wir ab uns schieben denn die langgezogene 12% Steigung hat’s in sich und mit unseren kleinen Rädern (leider nicht elektrisch) ist es verdammt schwer. Wir kommen aber oben an und jetzt geht’s nur noch bergab vorbei an Oliven-, Honigmelonen-, Kakteen- und Traubenplantagen. Einige Kakteenblüten sind beeindruckend.

Wir radeln weiter an Steinbrüchen und Schrottplätzen vorbei. Schrottplätze sind in der Nähe der Stadt. Also sind wir bald da. Wir hatten uns bei Nikos erkundet und sind gezielt ins Zentrum zur Agios Nikolaos Kirche. Diese von aussen

und von innen

marschieren über den Marktplatz im Zentrum

begutachten historisches

und finden kleine versteckte Strände abseits der großen Stadtstrände.

Irgendwann nach 14:00 Uhr machen wir uns auf den nach Hause weg. Selbstverständllich verpassen wir unsere Abzweigung nach Marmari und radeln ein gutes Stück weiter. Als es ekelhaft steil wird kucke ich auf Handy. Hier sind wir doch nicht gekommen!! Also zurück und rechts weg. Dann geht es sanft nach oben. Da es sehr heiß ist, über 30 Grad bestimmt, machen wir ofters Pause und nehmen uns die Zeit die Umgebung genauer zu betrachten. So entdecken wir die Pony’s. Zuerst eins…..

und als Conny einen Apfel rausholt kamen sie alle vier.

Ein Stück weiter entdecken wir ein verlassenes Traubenfeld. Die sind sooo lecker

Extrem geschafft kommen wir in Marmari an und kehren in unsere Lieblingswirtschaft ein. Hier spricht die Bedienung deutsch. Sie kuckt mich an und frägt mich wie es mir geht. Ich erkläre ihr was wir heute unternommen haben. Ihr Kommentar bringt uns zum lachen. „Bist du verrückt?“ frägt sie.

Am Abend gehen wir in ein Lokal das uns sehr angelockt hat. Es ist eine Metzgerei mit Biergarten. Sehr kitschig.

Es gab Lammrippchen ud Filetsteak. Wie immer und überall in Griechenland hat man ganz schnell Bettler am Tisch die einen mit großen schwarzen Knopfaugen anschauen und mit „Miau miau“ auf sich aufmerksam machen. Da kann man nicht wiederstehen und muss was abgeben.

So schnell wie heute sind wir schon lange nicht mehr schafen gegangen. Warum wohl?