Wieder in Griechenland

War ein sehr bescheidenes Jahr dieses 2025….

Nach der ganzen Arbeit im Frühjahr als ich endllich „das Ziel“ erreicht hatte, hat mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gezogen. Das Ziel bestand darin unsere Purr komplett autark zu machen. Sehr leistungsfähige Batterien (Lithium 820Ah), neue Solarpanele (890W = > 70A) die es ermöglichen tagsüber starke Verbraucher wie die Klimaanlage oder Watermaker über Solar zu betreiben, 2 x 50A Ladebooster an der Lichtmaschine die nun 100A in die Batterien pumpen, das ganze Schiff auf LEDs umgestellt, usw. Die Liste der Veränderungen könnte noch viel weiter gehen aber das Bootfahren das ist ein richtiger Virus. Verstehen kann es nur jemand der betroffen ist so wie Jäger, kenne ich, die viel Geld (bis zu 20T€) für eine Büchse ausgeben, Angler die mehrere T€ (Hardy > 3T€) für eine Rute hinlegen…. Was soll`s. Ein wenig Spaß muss sein.

Ich habe alles mitgemacht was mir die Ärzte empfohlen haben, war auf Reha, habe sämtliche Untersuchungen durchgemacht und habe dann letztendlich Anfang August die Erlaubnis erhalten zu Reisen. Muss zwar weiter meine „Bombons“ täglich schlucken aber ich durfte weg. Da ich seit Jahren zu meinem Geburtstag nicht mehr zu Hause war wurde noch schnell gefeiert.

Dann setzen wir uns ins Auto und fahren nach Ancona zur Fähre bis Igoumenitsa. Hätte nicht gedacht das mein alter Tiguan über 1T Km mit seinem kleinen 65 Liter Tank schafft. Aber wir kommen in Ancona an und ich bin noch nicht mal auf Reserve.

Jetzt Einchecken und ein wenig umschauen denn so ein Fährterminal ist ganz interessant was man da an Fahzeuge sieht. Harley Trike mit Spezialumbau. Der Fahrer ist behindert.

WoMo`s die in keine Parklücke passen und laut Besitzer ein Albtraum in Europa sind.

Oder solche die ein wenig mehr als 3,5€ kosten 😉

Wir sind auf dem obersten Deck und das bedeutet als letzte von Bord zu fahren.

Das war unsere Fähre.

Grimaldi hat nichts mit Monaco zu tun. Es ist eine Familie von der Insel links im süden Italiens die sich nun im Mittelmeerraum breit machen. Besitzen Fährgesellschaften, Flughäfen und vieles mehr, kaufen Häfen auf (auch in Griechenland), modernisieren diese und verlangen richtig Geld fürs Anlegen 🙁

In Igoumenitsa angekommen müssen wir unseren Freund Markus besuchen der nun hier ansäßig geworden ist. Wir gehen zusammen Essen

und anschließend zu ihm nach Hause wo wir einen alten Bekannten treffen.

Jakomo sieht prächtig aus. Markus hat sich sehr um ihm gekümmert. Keine roten Augen mehr, schönes Fell und er ist laut Besitzer sehr wählerisch. Er frißt alles ausser Hundefutter. Bei Markus im Ort ist die Zeit stehen geblieben. Oben in den Bergen ist es nicht so warm. Diese Luft, diese Ruhe……ein Traum.

Am nächsten Tag fahren wir weiter und kommen am späten Nachmittag bei der Purr an.

Habe nicht mehr im April damit gerechnet unsere Purr dieses Jahr wiederzusehen. Jetzt sind wir da und müssen alles vorbereiten aber….

die starken Winde haben fünf der Kippnippel rausgerissen!! Was muss das für ein Sturm gewesen sein? Das ganze Schiff ist voll mit Dreck, Erde und Strohhalme vom Nachbarsfeld. Also erstmal mit Reparaturen anfangen. Woher kenne ich das nur? Nach der vielen Arbeit, abends, gönnen wir uns ein Besuch in einerTaverna in Galatas.

Einen Tag bevor wir ins Wasser gehen bricht ganz in der Nähe ein Feuer aus. Das Feuer breitet sich sehr schnell aus. Es ist alles staubtrocken.

Das Nachbarsdorf ist betroffen. Ich spreche mit Toto einem Werftmitarbeiter den ich gut kenne und er erzählt mir das einige Häuser bereits abgebrannt und zwei seiner Freunde betroffen sind. Malakia. Relativ schnell, 1/2 Stunde, sind zwei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge im Einsatz.

Laut Einheimischen ist es eine Ironie des Schicksals denn die örtliche Feuerwehr wurde zu den Bränden im Landesinnneren einberufen. Jetzt Kanna da.

Wir bereiten uns vor ins Wasser zu gehen

aber Daniela will noch am gleichen Abend ein BBQ veranstalten. Ich habe ihr unseren alten Gas-Grill vom Schiff geschenkt und den hat sie nun benutzt, den Feuer machen ist z.Z. verboten.

Es wird wie immer ein schöner Abend und Michael legt Wert, er liebt, Karaoke. Also machen wir alle mit. Dabei lernen wir Horms kennen. Dieser Mensch ist ein Phänomen. Seiner Herkunft nach Holländer der in Portugal lebt, perfekt deutsch, französisch, italienisch, spanisch und natürlich holländisch spricht. Aber jetz kommt das aber …. er kannte alle deutschen und französischen Lieder textsicher. Eine Französin die auch am Tisch war schaute total überrascht als sie dran war und Horms einfach auf französisch mitsang. Ich habe noch nie in meinem Leben von Stefan Sulke gehört. Horms kannte jeden den Text. Egal ob Vicky Leandros, Nana Mouskouri, Mireille Mathieu, Udo Jürgens oder sonst was gespielt wurde, Horms kannte alles. Irgendwann musste ich mitsingen.

Vorher kam Michael mit einem Sirtaki den ich gerne mit ihm getanzt hätte aber er konnte mir die Schritte nicht erklären. Schau nach oben und tanze sagte er. Kann ich nicht denn ich bin ein richtiger Tanzbär.

Gegen Mitternacht gehen wir zum Schiff zurück denn am nächsten Morgen soll es um 07:00 Uhr ins Wasser gehen. Ich mache den Fehler, oder zum Glück, und schalte die Wasserpumpe ein und die hört nicht mehr auf zu arbeiten!! Das bedeutet Wasserverlust irgendwo. Mache mich auf die Suche Im Bad läuft das Wasser obwohl der Wasserhahn zu ist. Zerlegen, reparien, dicht. Erneuter Test. Wasserpumpe läuft weiter. Was ist neu auf dem Schiff. Der Watermaker!! Also Motorraum auf und das Malheur wird sichtbar. An einigen Stellen tritt Wasser aus.. Nach dem Einbau im Frühjahr hatte ich keine Möglichkeit den Watermaker zu testen. Also marschiere ich zu Michael und sage ihm das es nichts wird mit dem ins Wasser gehen. Er hat sich gerade mit Horms an eine Flasche Ouzo rangemacht und erklärt mir ganz gelassen das er morgen früh mit der ganzen Mannschaft kommt um das zu richten. Darauf trinke ich einen mit und gehe schlafen.

Am nächsten Morgen kurz vor 07:00 ist Daniela mit den allrounder Vangelis da. Der Junge kann im Bootsbereich alles. Repariert Innen- und Aussenborder, Elektrik, Bootsrümpfe einfach alles. Ich war schon vorher dabei alles zu zerlegen aber Vangelis zeigt mit einfach auf eine Schelle die nicht richtig zugezogen war. Danach verlangt er nach mehr Schellen und erklärt mir das bei den Watermakern auf jedem Anschluß zwei Schellen Sinn machen. Nach einer Stunde ist der Spuck vorbei, alles dicht und wir gehen ins Wasser.

Per Hupe verabschieden wir uns vom Kalypso Boatyard, Michael hupt ebenso und wir gleich hinter in die Bucht zum Üben. Die neue Grippy Ankerboje erweist sich als ziemliches Hindernis und Conni bittet mich sie wegzumachen. Stimme ich ihr gerne zu. Die machen wir nur dran wenn wir länger irgendwo bleiben. Die Bergung der Ankerboje ist eine Herausforderung ohnegleichen. Wer die konzipiert hat gehört abgewatscht. Die Bergungsösen sind unter Wasser. Wenn man versucht die Boje umzudrehen, hehe viel Spaß. Sie ist schneller. Am einfachsten gehts zu zweit, aber einer soll am Steuer bleiben und wir sind nicht zu dritt. Alles blödsinn. Habe sie sofort abgeklemmt und am Bug belassen. Auf geht´s zu neuen Inseln.