Tarent

So wie immer im Leben, gestern war gestern, wir hatten noch zwei Tage zu unserem Liegeplatz und heute morgens bekomme ich eine Nachricht: Wenn sie wollen können sie schon heute kommen. Juhuu wir sind auf dem Weg aber 40 Seemeilen sind acht Stunden fahrt, also planen wir so um 16:00 – 17:00 Uhr in Tarent zu sein. Wir machen uns auf den Weg und ein Blick auf Details des Plotters lassen mich die Stirn runzeln. An was erinnert mich das bloß?

Hoffentlich erscheint nicht wieder so ein Schlauchboot das mich zwingt den Kurs zu ändern. Zum Glück passiert nichts, wir überqueren das Spielgebiet erwachsener Männer und den Golf von Tarent. Wir haben die Rechnung ohne den Wind gemacht der diesmal uns gut gesinnt ist. Vor Tarent liegen viele riesige Schiffe

Wir kommen in Tarent kurz nach 15:00 an, melden uns per Funk in der Marina und werden zu unserem Liegeplatz hingelotst. Ich kucke und frage in der Marina erneut nach ob das unser Platz für die nächsten Wochen sei. Si si kein Problem. Ok das freut mich den entgegen der ganzen Marina haben wir ein Platz längs bekommen, nicht Bug oder Heck und wir haben unsere eigene Gartenlounge.

Die Fahrräder werden ausgepackt und die einzigen zwei Bäume von der Hängematte in Beschlag genommen.

Es ist Samstag. Das Büro hat geschlossen und wir müssen mit der Anmeldung bis Montag warten. Strom und Wasser wird angeschlossen, wir nehmen die Fahrräder und ab in die Stadt. Am Abend gehen wir ganz nahe zur Marina Essen, quasi über die Straße.

Tag 1

Am nächsten Tag, ein Sonntag, wollen wir uns die Stadt genauer anschauen. Da es hier die letzten Wochen schon sehr extrem heiß ist beschließen wir recht früh los zu fahren. Ok. Wo sind die Menschen?

Es ist neun Uhr morgens. Sonntag. Knappe 34 Grad im Schatten und kein Mensch auf der Straße. Na ja bis auf uns. Einige Kirchen haben offen andere nicht

Wir fahren durch die Stadt. Teilweise gibt es hier sehr schöne Fahrradwege

Schöne Statuen

Conni schlendert durch die Geschäfte und ich warte draußen und sehe zwei junge Polizisten die sich gerade mit einem auf italienisch, egal wie egal wo, geparktem Auto beschäfitigen. Es gibt gewisse familiäre Parallelen und ich mache ein Foto von den beiden in der Ausführung ihres Amtes.

Hoppala. Der eine hat mich gesehen. Die jungen Polizisten unterhalten sich kurz und ehe ich mich versehe stehen sie neben mir und fragen mich ob es eine Problem gibt? Ich grinse kurz und sage nur: Oh no. It`s very hot1! Si si sagen sie, grinsen mich beide an und gehen weiter. Conni kuckt verdutzt von der anderen Straßenseite und als sie bei mir ist frägt sie was los war. Ich erzähle ihr alles und sie lacht. Sie sind so jung wie unsere Buben. Ja das stimmt.

Tag 2

Die Altstadt an sich ist schön, interessant aber auch seltsam trostlos und arm. Man kann sie nicht mit dem reichen Norden vergleichen oder der Amalfi Küste. Aber eines haben sie alle gemeinsam in Italien: die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Egal was man such, egal wen man frägt, alle helfen.

Wir besorgen uns frischen Fisch und Kalamari

Conni putzt alles

und wir haben sofort unsere persönliche Leibgarde am Schiff die hofft das was abfällt

Am Dienstag gehen wir wieder in die Stadt den Conni will sich einiges besorgen und ich suche ein Fachgeschft auf den ich brauche eine Wasserpumpe, Öl für den Motor und und ….. Es ist gar nicht so einfach hier Ersatzteile zu bekommen.

Tag 3

Tagsüber schlendern wir durch die Stadt, machen Besorgungen, essen mal einen Kuchen malein Eis und schauen das wir so bis Mittag am Schiff sind. Kein Mensch verträgt die Mittagssonne. Gegen Mittag kommt ein kräftiger auf der immer stärker wird. Das erinnert mich an andere Regionen aber da sind wir eigentlich weit weg. Ich shaue mir in der Windy App das Wetter an. Oje bin ich froh nicht mehr bei Korsika oder zwischen Korsika und Sardinien zu sein. Da geht gerade die Post (Mistral) ab mit 35Kn Wind.

Am Nachmittag bastele ich an unserem Blog als unsere Anlegestelle plötzlich ordentlich wackelt. Ich kucke raus und sehe die Küstenwache mit zwei Booten die anlegen und eine junge Familile mit zwei Kindern an Land bringen. Volles Programm inklusive Rettungswagen.

Später bevor die heftigen Diskussionen an der Kaimauer beginnen erfahre ich von der jungen schweizer Familie das der Motor nicht mehr angesprungen ist und sie von dem Wind und den Wellen auf die Felsen getrieben worden sind. Andere Boote haben die Rettungsaktion eingeleitet und die Küstenwache gerufen.

Das abgeschleppte Boot hat nicht unerheblichen Schaden erlitten.

und letztendlich der gefährlichste Teil der Schäden

Da braucht man eine kräftige Bilgepumpe um das Boot über Wasser zu halten und der Motor sollte laufen.

Wir haben jemanden um den wir uns kümmern müssen. Zuerst eins

und als wir es füttern wollten kam plötzlich die ganze Bande zum Vorschein

Conni hat auf einen ihrer Joghurte verzichtet und später gab es Reste vom großen Calmar.

Unser Schiff bleibt hier in Tarent bis Mitte August. Wir fliegen nach Hause um andere Termine wahrzunehmen. Mitte August kommen wir zurück und entgegen der ursprünglichen Planung fahren wir nicht zurück nach Sizilien und Sardinien sondern weiter Richtung Osten nach Albanien und Griechenland. Wir freuen uns vorläufig auf unser erstes zu Hause. Das zweite bleibt in Tarent.