Agios Isidoros ein ungeplanter Stopp

Wir starten nach dem Kaffee in Richtung Xilokastro vor dem Kanal von Korinth. Wetterbedingungen sind gut.. Windstärke für heute in Böen (nur das ist interessant) 11-14Kn. Geht so und wenn die Vorhersage passt können wir sogar Segeln. Hat alles gepasst. Irgendwann Genua gesetzt und schön auf Kurs halten denn den Autopiloten gibts nicht mehr. Der Wind wird immer stärker. Gegen Mittag haben wir 24Kn in Böen. Das ist mir zu blöd. Conni hält Steuer und ich ziehe mit Müh und Not die Genua ein. Wir haben schon lange alle Luken zu und haben erst ein Drittel des Weges zurückgelegt. Wir müssten noch den ganzen Golf von Korinth bei dem Wind überqueren und auf der anderen Seite in Xilokastro gibt es keinen Schutz. Ich Wende und fahre nach Norden in den Schutz einer Bucht den der Wind kommt von NO.

Der Wind bläst jetzt konstant mit 28Kn und erreicht in Böen 32Kn. Wir haben mittlerweile auch die Seitenteile zugemacht denn die Gischt spritzt manchmal über das Schiff hinweg. Ich klebe förmlich an meinem Stuhl und versuche die Wellen so zu schneiden damit das Schiff nicht schlägt. Trotz erhöhter Drehzahl drückt uns der Wind die Geschwindigkeit von 5Kn teilweise auf 1,7Kn herunter. Wenn er noch stärker wird fahren wir bald rückwerts. Die Wettervorhersage hatte nur in einem Recht. Stahlend blauer Himmel. Nach drei langen Stunden sind wir in der Bucht von Agios Isidoros und versuchen gegenüber der Marina anzulegen. Die Bucht ist extrem steil und Ankern wird schwierig. Der Wind dreht, Anker löst sich und wir sind wieder am Werkeln. Wir versuchen zwei mal mit Landleine fest zu machen aber bei den Windverhältnissen klappt es nicht und somit müssen wir an die äußere Kaimauer der Marina Agios Isisdoros wo wir festmachen.

Das Bild entstand am nächsten Morgen.. Wir sind keine halbe Stunde fest erscheint ein Typ aufm Roller und will Geld kassieren. Ich frage ihn wer er ist und er zeigt mir einen Ausweis. Ich will ihn selber anschauen aber er will ihn nicht hergeben. Ich gehe mein Handy holen denn der Typ spricht kein englisch und vermutlich auch nicht deutsch. Er faselt etwas von Polzei und ich sage ihm in Zeichensprache nix Polizei, bleib ruhig. Mit dem Handy übersetzte ich ihm die Geschichte in Itea und warum ich misstrauisch bin. Er wird ganz freundllich, zeigt mir seinen Hafenpolizei Ausweis und Perso. Er hat mich jetzt verstanden und entschuldigt sich sogar für das in Itea geschehene.

Gegen Abend fällt uns auf das viel Asche vom Himmel fällt. Am Anfang haben wir die Tavernen mit ihren Grills in verdacht aber beim genauen Betrachten der Asche fällt auf das es Piniennadeln sind. Also muss es in der Nähe brennen und der Wind treibt die Asche her. Das Schiff ist am nächsten Morgen aussen

und leider auch innen voll mit Asche.

die durch die offenen Luken und das Lukengitter reinkommt. Saubermachen ist angesagt.

Tag 2

Am Morgen ist es still und ich gehe raus um ein Video zu machen. Mist wir hatten wieder Besuch heute Nacht

Das waren die gestern von Conni so vermissten Katzen. Mache ein Video von der Umgebung.

Später wird gründlich der Staubsauger bemüht. Conni schmeist die Waschmaschine an und kocht was den hier gibt es nichts. Der Ort scheint nur ein kleiner griechischer Ort zu sein. Kein Laden, keine Bar und keine Taverna. Zumindest keine aktive mehr. Alles ist geschlossen. Aber der Ort ist chillig und hat eien gewissen Charme.

Am Nachmittag legen noch drei Segler hinter uns an. Wie üblich hilft man beim Anlegen und kommt ins Gespräch. Es ist eine drei Generationen 30 Personen Clique aus Polen die seit Jahren Chartern und nach Griechenland kommen. Sie haben gerade den Kanal von Korinth passiert und warnen mich vor Gypsies am Stadtkai von Korinth. Ich erzähle ihnen über unser Erlebnis in Itea und sie bedanken sich den das wäre ihr nächstes Ziel.

Tag 3

Wir haben eine Wasserstelle uns gegenüber entdeckt. Das bedeutet wir müssen mit dem Wasser nicht sparen. Wir denken einen Ruhetag einzulegen. Ich fange damit an die Bootshaken zu reparieren. Zwei Stück sind kaputtgegangen. Einer wurde versehentlich aufgedreht und bei einem älteren ist die Spitze abgebrochen. Die Reparaturen bedürfen gewisser Improvisation. Ein Poller am Kai dient als Werkbank. Nach einiger Zeit sind beide wieder einsatzbereit. Was könnte man noch veranstalten? Zum Beispiel das Schiff waschen. Wir machen das zusammen und sind relativ schnell fertig. Jetzt Mittagsessen und sofort danach Mittagsschlaf. Ganz wichtig! Dann ist das Geländer dran. Es wurde gewaschen, dann mit grobem Schwamm anschließend mit feinem abgeschrubbt. Jetzt kommt das Schutzmittel drauf und danach polieren. Das dauert gut drei Stunden in praller Sonne. Am frühen Nachmittag gehe ich schwimmen. Nicht ganz zwecklos. Mit einem Schwamm in der Hand einige Male ums Schiff herum und den ganzen Dreck der vergangen Liegestellen vom Rumpf entfernen. Ist auch nicht ohne. Mit einer Hand muss man sich an der Umrandung des Schiffes halten und mit der anderen schrubben. Auch nach dem Handwechsel geht es immer langsamer. Die 11,5 Meter fordern ihren Tribut. Es sind drei Rümpfe das bedeutet knappe 70 Meter Schiffslänge. So nun ist der Ruhetag vorbei aber das Schiff sieht wieder vernünftig aus.

Tag 4

Für heute ist starker Wind vorhergesagt. Deswegen sind wir so lange hier geblieben. Hier in der Bucht werden es bis zu 20Kn und draussen im Golf von Korinth bis zu 36Kn. Brauchen wir nicht mehr. Nach dem morgentlichen Kaffee/Tee machen wir uns auf den Weg in den Nachbarsort. Der ist größer und einiges mehr los aber unser Liegeplatz gefällt uns trotzdem besser. Wir kucken uns die Läden an und die Preise der Tavernas, essen ein Eis und gegen Mittag gehts zurück zu unserem Schiff. Wir Essen an Bord. Am Ende unseres Liegeplatzes sind einheimische Fischer angelegt. Wir begrüsen uns seit Tagen und Conni hat einen wegen Scampi angesprochen. Garides hat er keine aber Fisch. Prompt drückt er Conni eine Tüte Fisch in die Hand.

Sie frägt was es kostet und er winkt ab. Passt scho würden wir sagen 😉 Conni kommt zurück und bereitet eine kleine Tüte vor. Als der Fischer gehen will hält sie ihn an und drückt ihm die Tüte in die Hand. So kam es das wir zwei Tage lang nur Fisch gegesen haben. Gebraten in der Pfanne oder als Fischsuppe (ciorba) gesäuert mit grünen unreifen Trauben. War sehr lecker.

Am Nachmittag wird alles festgezurrt. Der Wind wird auch in der Bucht sehr stark. Wir kucken auf das schäumende Meer und denken uns beide draussen im Golf geht jetzt die Post ab. Auch mit dem Fernglas ist weit und breit kein Segler zu sehen. Das Schiff ist hier sicher und wir gehen schwimmen. Als wir zurückkommen bereiten wir uns für die Abreise morgen vor. Wir tanken Wasser voll und gehen relativ früh schlafen denn morgen sind mindestens sieben Stunden Fahrt angesagt.