Antikyra zweiter ungeplanter Stopp
Endlich geht es weiter in Richtung Kanal von Korinth. Conni wacht früh auf und somit starten wir die Maschine pünktlich 07:00 Uhr, legen ab und nehmen Kurs auf Korinth. Wir verlassen die Bucht und wie erwartet aus dem Schutz der Insel heraus kommt der Wind günstig. Somit setzen wir zur Unterstützung des Yanmar Segels die Genua ein. Wenn es so weitergeht sind wir in 5-6 Stunden da. Plötzlich ein zaghaftes Piep. Dann nochmals Piep und dann ununterbrochen PIIEEEP. Kühlwasser Alarm!! Am Kontrollpanel leuchet rot der Wasserfluss Alarm im Kühlsystem des Innenborders auf. Ich mache den Motor aus und Conni übernimmt das Steuer. Ohne Motor gehts nur mit 2,5kn voran. Bis Korinth wären das 14 Stunden. Geht auf gar keinen Fall. Motordeckel auf und nachschauen ob was zu erkennen ist. Der Seewasserbehälter ist nur halb voll. Ich kann kein Risiko eingehen das der Motor überhitzt. Schnell Navily kucken wo wir unterkommen können. Mist da ist gar nichts. Wind check. Wir könnten mit der Genua in die nächste Bucht wo wir gestern zu Fuß waren. Das machen wir. Wind läßt nach und will uns nicht mehr helfen. Gut muß es versuchen. Motor an, nichts piepst. Gutes Zeichen. Gang einlegen und noch immer kein Pieps. War das nur ein Fehlalarm? Hatten wir bis jetzt noch nie. Gas geben. Juhu es geht. 20 Sekunden später wieder PIIEEEP. Komando zurück also nur Gang einlegen. Dann gehts es. Kein Alarm. Wir schleichen mit der Geschwindigkeit einer Schnecke in Richtung Antikyra und zwei Stunden später machen wir hinter der Kaimauer unter dem Leuchtturm fest. Keine fünf Minuten vergehen und ich höre einen Roller auf der Kaimauer. Ich erkenne den Mann und gehe lachend raus. Sorry habe Motorprobleme auf dem Weg nach Korinth bekommen sage ich ihm, er wink ab und sagt wir können so lange wie nötig bleiben. Als ich zurückkomme frägt mich Conni warum ich gelacht habe. Ich erzähle ihr das wir hier den selben Hafenmeister wie in Agios Isidora haben und ich hier das Schiff ohne Bedenken lassen würde. Der Mann hat seine Häfen im Griff und Blick ansonsten wäre er nicht gleich nach dem Anlegen da.
Der Tag ist verloren. Am Ende haben wir fast 20sm zurückgelegt um nur 500m Luftlinie weiter zu kommen. Jetzt gilt es die Ursache zu finden. Ich fange an und spule meine Liste der Kenntnisse ab. Finde aber nichts. Hoffentlich ist es nicht die Seewasser Pumpe des Innenborders. Oder der Impeller. Habe zwar einen neuen an Bord, gerade in Preveza gekauft, aber den zu tauschen ist nicht ohne. Man muss die Batterien abklemmen, die Lichtmaschne ausbauen, die ganze Seewasserpumpe abbauen und dann kommt man an den Impeller. Ein kleines Gummirädchen mit großer Auswirkung auf den Motor. Ohne Impeller geht gar nichts. Ich kontaktiere Peter und schildere ihm was los ist. Es dauert keine zwei Minuten und er antwortet. Es kommen die standard Fragen. Ich kann nur sagen ja das hab ich und das hab ich auch bereits gecheckt. Als letztes rät er mir die Dichtung des Seewasserbehälters zu überprüfen den hier könnte der Behälter Luft ziehen und sommit steigt nicht mehr der Wasserpegel. Also gut. Ich baue Peter seine Konstruktion aus, reinige den Filter und die Opferanode, die Dichtung und den Deckel. Alles wird mit Seewasser festem Spezialfett behandelt und wieder zurückgebaut. Maschine an. Kein Piep. Gas geben. PIIEEEP. Sensor check. Der Sensor ist Marke Eigenbau vom Peter. Lass die Maschine laufen und schiebe den Sensor ganz tief in sein Röhrchen. PIIEEEP. Ziehe ihn raus bis es wieder PIIEEEP macht. Dann suche ich eine Mittelstellung, koppele die Kupplung aus und gebe Gas. Die Maschine läuft mit 2000 Umdrehungen und es gibt kein PIIEEEP. Dann war’s doch nur der Sensor!! So viel Aufregung für nichts. Hätte auch den Sensor ausschalten können aber das Risiko will ich nicht eingehen denn jeder Sensor hat seinen Sinn. Da der Arbeitstag angebrochen ist und ich recht viel im Yanmar Handbuch lesen musste stelle ich noch die Spannung der Keilriemen nach, kümmere mich um die Toilette deren Pumpe gereinigt und gefettet werden muss und erledige noch andere Kleinigkeiten die nicht Überlebensnotwendig sind aber trotzdem irgendwann gemacht werden müssen. So kann man auch einen Tag verbringen. Gegen Nachmittag geht hier in der Bucht die Post ab.
und am Nachmittag kommt tatsächllich der erste Regen seitdem wir Unterwegs sind. Der erste Regen seit zwei Monaten.

Die Regenfront ist schnell vorbei und die Sonne scheint wieder. Wir gehen schwimmen. Ein kleines Segelboot mit einer dreiköpfigen Familie kommt in den Hafen und ich helfe beim Anlegen. Wir unterhalten uns kurz woher sie kommen und wohin es geht, wir erzählen ein wenig über uns und gehen anschließend Essen. Waren wir schon lange nicht mehr. Wir suchen uns als gebrannte Kinder eine Taverna aus von der wir unser Schiff im Blick haben.

Conni will ein Rissotto und kriegt

und ich wollte gegrillte Kalamari (ausnahmsweise !!) und bekomme

Rissotto mit Spaghetti und Riesenkalmare? Meckern auf hohem Niveau ist angesagt. Selbstverständlich haben wir uns nicht beschwert. Lecker und billig war es trotzdem. Hier haben wir das günstigste Bier getrunken. Das gleiche Mamos wie überall kostet hier nur 3€. Anderswo haben wir auch 5€ zahlen müssen. Wie überall in Griechenland kommen Katzen an den Tisch und hoffen das was runterfällt. Conni gibt ihnen was ab was unter den Tieren zu Diskussionen führt.
Jetzt ab zurück auf’s Schiff denn morgen geht es weiter nach Korinth. Hoffentlich!! Im dritten Anlauf denn die Ägäis scheint uns nicht zu mögen und legt uns Steine in den Weg.