Arbeit geht weiter aber …….

ein Ende der Arbeiten ist in Sicht. Die größten Baustellen dier Saison sind nun erledigt. Was ist noch passiert? Erzähle ich Euch gleich.

Eine große Baustelle waren die Solarpanele. Auf dem Geräteträger waren drei 110W Solarpanele installiert. Diese haben im Sommer zur besten Tagezeit vielleicht 16A geliefert. Ich kann mich nicht erinnern einen höheren Wert auf der Anzeige gesehen zu haben. Aber unsere Batterien haben 820Ah! Wie Laden? Also fasst eich letztes Jahr den Beschluß die Solaranlage den Bedürfnissen des Schiffes anzupassen. Habe in Athen einen Solateur kontaktiert und zwei neue 445W Panele bei ihm gekauft. Die Anlieferung war eine kleine Odyssee weil zuerst woanders angeliefert aber eine Woche später hatte ich die guten Teile. Aber ein muss ich Euch, liebe Leser, sagen. Diese Panele hätte ich bei uns drei mal billiger bekommen. Aber was machen? Auf Raubzug gehen? Nun konnte ich den Schlosser beauftragen. Er kam pünktlich wie versprochen. Nachdem ich seinen Namen erfahren habe, Adrian, typisch griechischer Name, habe ich ihn gefragt woher er kommt. Er sagte prompt aus Rumänien, lebt aber seit 25 Jahren hier. Ich lachte innerlich und fragte ihn, auf rumänisch, ob er noch die Sprache kann. Mit großen Augen kuckte er mich an, lacht und seitdem haben wir nur noch rumänisch gesprochen. Wir haben die Details abgestimmt und er legte los.

Adrian fängt an den Rahmen für den Geräteträger vor Ort zu bauen.

Langasam wird´s was und am Ende des Tages sieht es so aus

Unser Schiff hat nun eine 890W Solaranlage die es uns ermöglichen sollte im Sommer bei der großen Hitze die Klimaanlage über Solarstrom zu betreiben und dazu den neuen Watermaker der nun vollkommen angeschlossen ist.

Genaue Betrachter des Bildes im März haben noch lose Teile gesehen. Das war den nicht passenden Muffen, Schläuche und Schellen geschuldet. Nun ist alles dran.

Nachdem die Solaranlage angeschlossen ist beschließe ich einen Härtetest durchzuführen. Ich lasse den Heizlüfter mit seinen 2000W über den Wechselrichter, also Batterien, laufen.

Wow! Da fließen garade 162A durch die Kabel. Besorgt checke ich alles. Prüfe die Kabel auf Wärmeentwicklung. Nicht das sie durchschmoren. Nach 1,5 Stunden sieht der Batteriestaus so aus.

68% finde ich toll. Über 200A gezogen! Alles gut. Jetzt sollte die Elektronik, der Ladebooster, wenn die Abnehmer weg sind volle Leistung anliefern.

Er fängt zaghaft an und als er merkt das da mehr geht gibt er Gas.

Bis zum frühen Nachmittag sind die Batterien wieder voll. Also wegen Stromverbaruch mache ich mir keine Sorgen mehr. Der kurzfristig gesehene Höchstwert lag bei über 60A. Braucht jemand Strom? Kann was verkaufen 🙂

Zum Thema Strom war in den letzten Jahren auch die Topbeleuchtung ein Thema. Ich bin zwar hochgeklettert bis zum Radar aber danach hat mich der Mut verlassen. Hätte fast in den Mast gebissen um mich festzuhalten. Hier auf dem Yard habe ich mit Michael gesprochen mir die Topbeleuchtung zu tauschen. Der Chef persöhnlich wird es nicht machen, aber der junge Vanghelis hat es getan.

Mir wird schlecht schon beim Zuschauen. Gut aber er war gesichert und alles lief über die Ankerwinsch. Alleine keine Möglichkeit. Ich habe zwar auch den Sitz an Bord, kann aber nicht zeitgleich im Sitz sitzen und mich selber hochziehen 🙁

Manchmal kucke ich zu den harten die schon um diese Zeit auf dem Wasser sind. Toll.

Meine Zeit wird auch noch kommen. Aktuell beschäftige ich mich mit den 100.000 Kleinigkeiten die noch anstehen. Teakholz behandeln.

Alles schön abkleben damit man keine Sauerei macht dauert länger als es Streichen selbst. Flugrost Behandlung ist auch ein Thema im Salzwasserbereich. Vorher

Nachher

Dass gilt nicht nur für die großen Sachen sondern auch für die Wanten, Beschläge, Geländer, Badeleiter, Klampen, Geräteträger, also alles was aus Edelstahl ist. Vorher

und nachhher

und alles wird händisch gemacht. Nix Poliermaschine oder sonstiges. Aber Gelkoat Arbeiten stehen auch an. Es gibt viele Stellen an einem alten Schiff die man zu pflegen hat. Vorher

nachher

Das Naßschleifen ist auch so ein Thema für sich. Mit Geräte geht es bestimmt aber wer hat das schon. Also wieder alles in mühseliger Handarbeit. Es sind keine überlebnesnotwendigen Arbeiten aber ein gepflegtes Schiff sieht einfach gut aus. Ein weiterer großer Punkt war der Z-Antrieb der Öl verloren hat. Michael und Vanghelis habne mir geholfen. Es war ein Drama die Ölablassschraube rauszubekommen. Sie haben hier kein Zollwerkzeug und behaupteten der Sechskant wäre kaputt. Leut das ist ein englische Schiff!! Alles ist anders. Ich habe ihnen das passende Werkzeug gegeben. Als sie endlich heraussen war sahen wir das Seewasser im Getriebe war. Reparatur dringendst notwendig.

Das eindringen von Seewasser ins Öl macht sich durch den milchigen Absatz bemerkbar. Michael hat sich geweigert die alte Madenschraube aus Stahl wieder einzusetzen. Also musste ich mich auf meinen Drahtesel schwingen und nach Galatas und Poros und die passende Schraube finden. Auch ein Malheur eine Zoll-Gewinde-Schraube in Griechenland zu finden. Nach drei Stunden Irrfahrten durch sämtliche Läden und Werkstätten komme ich in eine kleine Chaos-Werkstatt. Leute so etwas habt ihr in eurem Leben noch nie gesehen. Hier liegt alles rum was es auf diesr Welt gibt. Rasenmäher, Aussenborder, Toaster, Kaffeemaschinen, …..kann gar nicht alle aufzählen. Aber hier trifft der Spruch „Nur das Genie beherrschst das Chaos“ so etwas von zu wie ihr es euch kaum vorstellen könnt. Ich zeige dem Besitzer der Werkstatt die Madenschraube. Fachmännisch vermisst er die Schraube, überlegt kurz, marschiert durch seine Chaoswelt, geht ganz hinten an einen Schrank und holt eine Blechdose raus. Kommt vor, schüttet den Inhalt der Dose aus, wühlt ein wenig rum, greift sich eine Schraube und sagt gelassen “ Das brauchst du“. Mir fällt der Kinnladen runter. Und die Schraube passt tatsächlich und ist aus Messing nicht aus Stahl also Salzwasser unempfindlich. Toll.

Eine weiter Erneuerung ist meine Matratze. Es war so nervig an die Stauräume zu gelangen und zusätzlich war sie durch. Daniela hat mir ein gutes Angebot gemacht und nun habe ich eine Neue.

Das tolle dabei ist das ich die Matratze so anfertigen haben lasse das ich an die einzelnen Stauräume komme ohne das ganze Bett zu zerlegen. Einfach praktisch.

Eines der Theman war auch das nach einem Aufsetzer im Sturm vor Korfu unsere Ruderblätter nicht mehr parallel waren. Problem behoben! Jetzt muss sich der arme Autopilot nicht mehr so quälen die Richtung zu halten. Ab und zu muss man auch für Sauberkeit sorgen. Also ein Wäschetag einlegen.

Viele Kleinigkeiten wurden noch gerichtet. Die Teaksitze für Bug und Heck wurden abgeschliffen und erneut mit Epoxy Harz behandelt.

Hat alles super ausgesehen aber ich habe einen Fehler gemacht. Ich hatte die Sitze auf einem fahrbarem Tisch unter dem Schiff bearbeitet. Da war alles noch im Schatten. Am Nachmittag schien aber die Sonne unter das Schiff und auf die Hecksitze. Mist. Das war das Ergebnis.

Alles voller Bläschen. Also alles von vorne anfangen, Abschleifen und neu lackieren. Nach drei Schichten Epoxy Harz sahen dann die Sitze so aus.

So jetzt kann kommen was will. Den Sitzen kann nicht mehr was anhaben. Das Spi Seil war erheblich beschädigt. Wie man sieht war nur noch der Kern intakt. Der Mantel des Seils war durch.

Das Seil wurde gegen ein neues getauscht und dabei stieß ich auf etwas Neues. Die Takelage.

Wie bindet man so etwas? Keine Ahnung! Noch nie gesehen. Gibt es da was im Web? Nach kurzer Suche finde ich ganz nützliche Hinweise auf Youtube, schaue mir einige Videos an. und dann gehts los. Ist eigentlich ganz einfach. Die Naht und die Takelung die sah anschließend so aus.

Ich habe PURR noch eine professionelle Rupfreinigung gegönnt. So sah das Schiff vor der Reinigung aus

Man sieht über dem Antifouling die im Gelcoat festgesetzten Algen die alles gelblich verfärben. Und so sah das Schiff nach der Reinigung aus.

Weiß glänzt der Rumpf der PURR. Einfach schön sieht das alles aus. Jetzt sind nur noch ein Paar Kleinigkeiten an Innerborder wie Opferanode tauschen den die sieht sehr mitgenommen aus

den Z-Antrieb mit Primer und Antifouling behandeln. Ölwechsel mit Filtertausch am Innerborder. Den Impeller tauschen. Unterwasserschiff drei Mal mit Antifouling streichen und dann….. geht’s endlich ins Wasser.

Das alles wollte ich noch nach Ostern erledigen. Dann wäre Conni gekommen und wir hätten in eine bequeme Saison starten können. Aber dann kam Ostern……..