Karystos auf Insel Evia

Da wir uns selbst über die Hinweise von Adonis, dem Hafenmeister, überzeugt hatten beschließen wir nun mit dem Schiff nach Karystos zu fahren. In drei Stunden sind wir da. Da ich die Telefonnummer von Adonis habe rufe ich ihn direkt an und bekommen einen der begehrten Längsliegeplätze.

Als nächstes kommen gleich die Fahrräder raus und´wir erkunden die Stadt. Schon in Marmari wurde Werbung für die Abendvorstellung eine bekannten griechischen Volkssängers namens Manolis Mitsias gemacht. Wir hatten von Adonis erfahren wo die Vorstellung stattfinden soll und suchten das Theater auf um nicht am Abend lange suchen zu müssen. Nach dem Abendessen fahren wir mit den Fahrrädern hin. Es sollte um 21:00 Uhr anfangen aber da ist noch nichts passiert ausser dass immer mehr Leute kamen. Als endlich das Amphitheater voll belegt war ging es los. Von den Texten konnten wir leider nichts verstehen aber es war sehr ergreifend als alle Leute mit Manolis mitsangen.

Der 78 jährige Künstler lieferte eine beeindruckende Vorstellung und was ich vergessen habe zu erwähnen: die Vorstellung war kostenlos!!

Tag 2

Gleich morgens kommt Adonios zum kassieren. Verlangt mir die alte Quittung die er einfach kopiert und somit zahlen wir wieder 19,19€ für drei Nächte 😉 KK.

Wir gehen Einkaufen, Essen Mittag und machen Siesta. Fahren mit den Rädern zum nahegelegenem Strand zum Schwimmen und Chillen.

Hier am Strand gibt es nur eine Biersorte und auch nur kleine Flaschen (0,33=Babyausführung!!). Auf Nachfrage warum wird uns erklärt das die Saison vorbei ist und am Sonntag geschlossen wird!! Hä!?? Saison vorbei? Das erklärt auch warum alles so leer ist. Nun gut, Marmari und Karystos sind Urlaubsorte der Einheimischen und am Montag fängt die Schule an. Mal gespannt was nächste Woche noch hier los ist. Lokale werden hoffentlich noch offen bleiben nicht das wir verhungern oder sogar gezwungen sind selber kochen zu müssen. Am Abend gehen wir durch die Stadt und beobachten die Kinder die auf dem Marktplatz sich mit Beutel farbiger Kreide bewerfen. Die schauen aber aus! Und die Eltern kucken nur zu und versorgen die Kinder mit neuen Farbbeuteln.

Von einer Mutter erfahren wir das es sich um ein von der Stadt organisiertes Kinderfest handelt. Als der Hunger aufkommt marschieren wir in eine Taverna am Ende unseres Liegeplatzes am Kai und lassen es uns gut gehen.

Leckere Scampi saganachi und Thunfischsteak, dazu ein Bierchen und das 50m von zu Hause. Ich will nichts mehr.

Tag 3

Es ist Sonntag, sonnig und leicht bewölkt und während ich hier diese Zeilen schreibe geht Conni in die Kirche zur Messe.

Später gibt es Mittagessen, danach Siesta. Nach dem Mittagsschlaf gibt es die obligatorische Melone (Wasser oder Honig) und ab fünf zum Strand zum Chillen. So ein Stress. Der ganze Tag ist bereits verplant.

Morgen soll es weiter nach Norden gehen. Mal sehen.

Tag 4

Es kommt immer anders als man denkt. Wir sind in FB Gruppen dabei z.B. Griechenlandsegler wo vor besonderen Wetterverhältnisse gewarnt wird. Teilweise wird maßlos übertrieben aber es gibt auch Sachen die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. So z.B. die Warnung die für den Süden Korfus ausgesprochen bzw. in verschiedenen Apps gezeigt wurde.

Ich glaube nicht das es Spass macht bei über 60kn Wind auf dem offenen Meer zu sein. Dieser Sturm der sich bei Sizilien gebildet hat wird über Griechenland hinwegfegen und in abgeschwächter Form bei uns auch ankommen. Deswegen habe ich beschlossen zwei weiter Tage hier fest am Kai zu verbringen.

Wir werden uns die Zeit schon irgendwie um die Ohren schlagen. Am Nachmittag gehen wir zu unserem Lieblingsstrand zum Chillen und Schwimmen.

Tag 5

Der Tag fängt harmlos an. Schön sonnig und leichter Wind. Die Schiffe die ausserhalb des Hafens waren sind alle verschwunden. Ab 9:00 Uhr fängt der Wind an in den Wanten zu pfeifen. Ich habe zwischendurch alle FestmacherLeinen zum Einsatz gebracht und alle verfügbaren Fender zwischen Schiff und Kaimauer geklemmt. Die Crew der „kleinen“ 80 Fuß Yacht hinter uns hat auch einen Rundgang um das Schiff gemacht und alles überprüft. Draussen sehen wir immer mehr Schaumkronen auf den Wellen und sind heilfroh hinter dem Wellenbrecher zu liegen. Die Gischt der Wellen schlägt über den Wellenbrecher.

Um den Tag nicht zu vergeuden machen wir verschiedene Sachen klar. Conni wäscht einige Maschinen Wäsche denn wir sind am Kai und Strom und Wasser sind kostenlos. Dafür kostet der Liegeplatz 1,50€ pro Tag mehr. Da ich die Wanten bereits gestern gespannt habe mache ich sauber und später waschen wir gemeinsam das Schiff. Im Anschluß fahren wir mit den Rädern in den AB Supermarkt und erledigen einige Einkäufe. In der Stadt ist von dem Wind gar nichts zu merken. Als wir zurückkommen tobt der Sturm in voller Stärke.

Wir sind beide froh hier sicher am Kai zu sein. Hoffentlich können wir heute Nacht gut schlafen denn das Schiff tänzelt noch immer rum und die Festmacher quietschen in den Klampen. In der Dunkelheit hört man noch immer die Gischt über den Wellenbrecher schlagen. Während ich diese Zeilen schreibe kommt Conni von ihrem Rundgang zurück und berichtet das jede dritte Taverna bereits geschlossen hat. Wurscht wir werden schon nicht verhungern. Spät in der Nacht kommt noch ein Gewitter auf und wir erleben den ersten heftigen Regen, überhaupt Regen dieses Jahr. Aber hier wird er ganz ganz dringend gebraucht.

Jetzt fällt mir ein das der Lenzstopfen beim Dinghi raus muss denn wenn das Ding mit Wasser vollläuft ist es viel zu schwer da hinten. Also in den sauren Apfel beißen und raus. Das Duschen hätte ich mir heute sparen können. Binnen Sekunden bin ich klatsch naß. Was solls ist doch nur Wasser. Und überhaupt das Regenwasser tut den ganzen Festmachern und Leinen die mit Salzwasser in Kontakt kommen gut. Nun werden sie wieder weich und geschmeidig.

Für morgen ist ruhiges Wetter vorhergesagt. Hoffentlich stimmt auch die Vorhersage.