Korfos
Noch immer fasziniert von den Begegnungen der letzten Tage Schildkröten, Robbe und jetzt Delfine kommen wir in der Bucht von Korfos an. Wir versuchen wenn möglich vor Anker zu gehen und suchen uns ein ruhiges Plätzchen. Hier sind in der Bucht jede Menge Bojen vorhanden und sehr viele von ihnen sind belegt mit Schiffen auf denen sich eindeutig niemand befindet. Die haben hier überwintert oder die Besittzer machen eine Pause. Wir drehen eine Runde durch die Bucht um uns einen Überblick der Anlegemöglichkeiten zu verschaffen. Letztendlich entscheide ich mich für eine Stelle an der wir weit genug vom Ufer sind und Platz genug zum im Wind drehen haben. Leider will der Boden nicht so wie ich will und der Anker vergräbt sich nicht im Boden. Also Anker rauf und noch eine Runde drehen. Ein Grieche der an einer Boje mit seinem kleinen Fischerboot liegt sagt was zu uns und zeigt auf eine freie Boje. Ich lehne dankend ab denn ich weis ja nicht was am anderen Ende der Boje hängt. Voll betankt mit Wasser, Sprit und allem was wir an Bord haben wiegen wir fast 7 Tonnen. Wir brauchen an einer Boje ein Gegengewicht von mindenstens 10 Tonnen um sicher im Wind zu liegen. Ansonsten kann es passieren das das Schiff mit der Boje „spazieren“ geht und wenn ich mit der Boje an Land gehe ist es auch nicht lustig. Wir gehen jetzt noch näher ans Ufer und der Anker vergräbt sich vorbildlich. Nun sind wir aber einem Plastikkanister zu nahe. Das sind so Markierungen der Einheimischen wo sie ihre Boote bei Bedarf festmachen. Ich gehe ins Wasser mit der Taucherbrille und kucke mir den Anker an. Der ist tief im Sand vergraben. Die Bojen die ich gesehen haben haben überwiegend ein 200 Liter Stahlfass gefüllt mit Steinen und Beton am anderen Ende. Das kann ein kleines Fischerboot halten aber nie ein Schiff mit unserem Gewicht. Wir gammeln noch ein wenig rum auf dem Schiff und verfolgen den Fischer mit dem kleinen Boot der mit seiner Frau nicht weit weg von uns sehr nahe an Land geht, beide gehen ins Wasser und suchen da was rum. Kurze Zeit später sehen wir sie Fische putzen. Wir wassern unser Dinghi und gehen an Land. Kucken uns ein wenig im Ort um und gehen was Essen mit Blick auf unser Schiff.

Tag 2
So wie es aussieht werden wir hier einige Tage verbringen denn die Wetteraussichten sind nicht rosig. Starker Wind ist wieder angesagt. Also gehen wir an Land und spazieren durch den Ort den wir immer chilliger finden. Wenig Segler, fast keine Charterer und die anwesenden Urlauber sind fast alle Griechen. Die Tavernen sind preiswert, ein Bier kostet 3€ und eine schöne Patte mit Scampi, Kalamari und Gavros ist für 13€ zu haben. Noch ein wenig Tzatziki dazu und die Welt ist in Ordnung.. Es gibt zwei kleine Supermärkte und ein Seglerzubehör Laden der recht gut bestückt ist. Als wir zum Schiff zurückkehren sehen wir unsere griechischen Nachbarn wieder an der gleichen Stelle im Wasser rumwurschteln. Jetzt bin ich aber sehr neugierig geworden was die da machen. Am Nachmittag bei der Schwimmrunde schwimmen wir zu ihnen hin und ich frage sie was sie machen. Sie kann sehr wenig englisch und er pappelt munter und fröhlich auf griechisch los. Ok sorry kann kein griechisch. Dann geht’s los in der universellen Zeichensprache, mit Händen und Füßen, und er gibt mir zu verstehen das sie Angeln. Angeln mit Taucherbrille und Flossen? Wie geht das denn? Ich werde eingeladen zusammen mit ihm Fischen zu gehen. Ok. Danke. Mache mit. Wir verabreden uns für den nächsten Tag. Am Abend gehen wir in eine andere Taverna denn Conni hat da ein Plakat mit Fischsuppe gesehen. Fischsuppe ist für Conni was wie für mich Süßigkeiten. Man kann nicht wiederstehen.

Die Fischsuppe sieht nicht nur gut aus, sie ist auch sehr lecker und hat jede Menge Fisch drin. Man kriegt hier neben dem riesen Bottich mit Suppe noch eine kleine Platte mit Fisch und Gemüse dazu.
Tag 3
Ich gehe mit Dimitri, so heißt unser griechischer Nachbar, zum Angeln. Diese Methode sehe ich zum ersten Mal. Sie haben eine Rolle Schnur in der Hand mit einem Haken ud Köder dran. Dann mit Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet schnorcheln sie am Ufer entlang und wenn sie einen passenden Fisch erspähen halten sie ihm den Köder vor’s Maul. Was kann der arme Fisch noch machen ausser zuzuschappen. Ich habe mir auch meine Ausrüstung angelegt und schwimme mit Dimitri mit. Immer wieder greift er auf den Boden und steckt was in seine Taschen. Was sammelt er? Steine? Später halte ich es nicht mehr aus und frage ihn. Er lacht, greift in seine Taschen und zeigt mir jede Menge Muscheln und Schnecken die er eingesammlt hat. Die zerschlägt er und benutzt sie als Köder. Also ich bin mit ihm bestimmt eine halbe Stunde herumgeschwommen. Ich habe keinen Fisch, keine Muschel und keine einzige Schnecke gesehen. Dimitri hat die Taschen voll wie ein Hamster die Backen. Wie sieht er die? Wir wollen zurück zum Schiff denn wir sind mit unserem Dinghi gefahren. Meine Aussenborder streikt und will nicht mehr.

Conni hat uns Bilder gemacht als wir mit dem Aussenborder zu tun hatten.

Also paddeln wir zu seinem Boot und ich alleine zum Schiff zurück und jetzt kann ich den Tag meinem Aussenborder widmen. Conni will an Land spazieren gehen. Ich bringe sie hin, komme zurück und fange mit dem Aussenborder an. Conni hat eine sehr schöne Anlage gefunden und schickt Bilder.

Ei da sieht man ja unser Schiff

Conni kommt zurück und ich bastele noch immer am Aussenborder. Ziemlich frustriert sage ich ihr das ich die Schnautze voll habe, jetzt in den Laden gehe und mir einen neuen kaufe. Ich habe da nämlich im Laden einen 6PS gesehn. Also auf in den Laden um zu erfahren das der hier „nur“ zur Reparatur herumliegt. Pech gehabt. Zurück auf’s Schiff und schlafen. Nach dem Mittagsschlaf wieder Aussenborder angehen. Aber ich glaube der hat was mitbekommen das er weg kommt. Ich zieh einmal an und er startet sofort. Also so funktioniert das. Androhen er wird ausgetauscht und schon geht alles. Schön wär’s. Bei der Probefahrt mache ich eine Abstecher zum Dimitri und bringe ihm ein Bier und ein Limo für seine Frau und ein Paar Keckse vorbei. Sei freuen sich sehr und bedanken sich ganz herzlich. Bei uns gibt es am Abend ein kleines dünnes Steaklein für jeden.

Tag 4
Bin wie immer früh wach und checke die Wettervorhersagen für den und die nächsten Tage. Noch immer windig aber so sehr wir diese Bucht auch mögen irgendwann müssen wir weiter. Ich suche gerade in der App nach einer schönen Bucht wo wir uns verstecken können als man draußen Stimmen hört. Endi, Endi rufen zwei Stimmen. Es sind unsere griechischen Nachbarn. Die waren heute Nacht fischen und bringen uns eine ganze Schüssel mit frisch gefangenem Fisch vorbei. Ausgenommen ist er auch schon. Da haben wir jetzt Fisch für mindetsens zwei Tage zum Essen. Es sind 6 schöne große Doraden. Conni freut sich wie Schnitzel. Später gehen wir wieder in die Stadt noch einige Besorgungen machen und kaufen für unsere Nachbarn 4 Stück leckeren griechischen „Diät“ Kuchen (mit viel Buttercreme und Schokolade) für unsere netten Nachbarn mit.
Als wir Mittag Essen kommt ein Fischer heran und kuckt sich den Kanister an in dessen Nähe wir waren. Durch den Wind hat sich das Schiff mehrfach gedreht, unsere Kette hat sich um das Seil des Kanisters gewickelt und ihn unter Wasser gezogen. Ich bin schon gestern getaucht und habe den Kanister befreit aber heute ist er schon wieder unter Wasser. Der Fischer erklärt mir ziemlich grimmig das ich nicht an offensichlich seinem Kanister festmachen kann was auch nicht der Fall ist erkläre ich ihm. Ich zeige ihm wo unser Anker liegt und erkläre ihm was passiert ist. Als er verstanden hat das ich nicht an seinem Kanister festgemacht habe ist er wieder freundlich und ich verspreche ihm das wir morgen die Stelle verlassen und sein Kanister wieder befreit wird.
Morgen werden wir die Wassertanks auffüllen und dann geht’s eine Insel weiter. Wir könnten auch dierekt nach Poros wo wir unsere kleine Sommerpause einlegen werden aber dann sind wir viel zu früh dran. Mal sehem wie das Wetter wird. In Poros müssen wir auch die Liegestelle checken wenn wir das Schiff dort vier Wochen festmachen. Eigentlich verlassen wir diese gut geschützte Stelle äußerst ungern. Es ist eine tolle Lage mit herrlichem Wasser, wir sind keine 100 Meter von unserer lieblings Taverna entfernt wo wir mittlerweile ein Bier anschreiben lassen können. Wir gehen nämlich schwimmen und wenn wir Lust haben bestellen wir ein Bierchen ohne Geld dabei zu haben. Klar hatten wir zuvor die Gastwirtin gefragt und ihr gezeigt das wir hier vor ihrer Nase wohnen. Am Abend wenn wir Essen gehen bezahlen wir auch das Bier vom Nachmittag. Das geht nur in Griechenland.
Tag 5
Ein Tag wie jeder andere. Früh morgens um 07:00 Uhr schon mehr als 30 Grad. Strahlend blauer Himmel und nicht so windig wie in den vergangenen Tagen. Ich riskiere einen Drohnenflug.
Wegen des starken Windes ist das Video ein wenig ruckelig aber später wird der Wind noch stärker und dann risiere ich keinen Drohnenflug mehr. Unser Liegplatz ist super

und das bei einer Wassertiefe von 5 Meter unter Kiel. Wir sind wie erwähnt in der hintersten Ecke der Bucht und die Bucht ist wirklich sehr geräumig


Leicht BB ist das kleine Fischerboot von Dimitri und Anastasia zu sehen. StB ist unsere Lieblingstaverna die wir mittlerweile wissen die beste ist, nicht nur unsere Meinung, wenn es um Fisch geht. Wir haben beschlossen woanders hinzugehen und wenn es uns dort nicht gefällt kommen wir zurück. Basta. Gestern plauderten wir mit einem Österreicher den wir am Strand kennenlernten. Er fragte uns lachend: Ihr seid ja noch immer da! Ihr wolltet doch weiter nach Poros. Nun ja es wird wohl seinen Grund haben.