Manöver üben

21.05.2024

Da jetzt das Gröbste erledigt ist, haben wir uns vorgenommen, verschiedene Manöver zu üben. Den Autopiloten kriege ich vermutlich nicht mehr hin, denn der ist von Peter umgebaut und erweitert worden. Aber jetzt zu den Manövern. Insbesondere das im Mittelmeer übliche römisch-katholische Anlegen, also mit dem Heck zur Kaimauer, wollen wir üben.
Das Manöver ist für viele Boote sehr einfach, moderne Katamarane haben zwei Maschinen und können somit wie ein Panzer auf der Stelle drehen oder geschmeidig zwischen zwei Boote einfahren. Segelboote haben einen Motor unter dem Rumpf und ein großes Ruder, das direkt vom Wasserstrahl des Motors angeströmt wird und somit die entsprechende Wirkung ausübt.
Wir haben eine Maschine zwischen zwei Rümpfen und Rudern und das macht sich extrem bemerkbar. Das Boot hat einen enormen Wendekreis und ist dementsprechend anspruchsvoll, um nicht zu sagen schwierig, in engen Bereichen und bei Wind zu manövrieren.

Einkaufen und Tanken

Nachdem wir unseren Kaffee und Tee getrunken haben, sind wir erstmals zu unserem Fischer gefahren und haben uns 1Kg fangfrische Scampi gekauft für abends. Das war gar nicht so einfach denn wir haben nach Scampi gefragt und der Fischer wusste nicht was wir wollen. Jetzt wissen wir das die auf griechisch Garides heißen. Beim nächsten Mal wird es einfacher. Danach haben wir uns aufgeteilt. Conni macht Besorgungen und ich laufe zur Tankstelle um den Reservekanister für den Aussenborder zu füllen. Die im Google angezeigte Tankstelle gibt es nicht mehr und die nächste ist einige Kilometer weiter. Was solls ich habe Zeit. Als das erledigt war, trafen wir uns wieder beim Beiboot und fuhren zur PURR.

Los geht’s

Jetzt aber los, den am Nachmittag sollen ca. 17-18kn Wind aufkommen aber morgen soll er noch stärker sein. Ich habe in der Navily App eine einsame Stelle ausgesucht wo wir das Anlegen üben können. Es ist ein kleiner verlassener Kai bei Nsis Kefalos ca 8,5sm von uns entfernt. Wir machen uns auf den Weg und schon vermisse ich den Autopiloten sehr. Der konnte so schön lange gerade Strecken fahren. So muss ich am Steuer sitzen und lenken.

Nach zwei Stunden kommen wir an, werfen den Anker und gehen den verlassenen Kai begutachten. Das war verdammt gut so denn der Steg ist von beiden Seiten mit großen Steinen zugeschüttet worden und ein Anlegen ist unmöglich. Nicht mal die Stirnseite ist verwendbar. Ich spreche mit Conni das Manöver ab und bereite alles vor.

Dabei fällt mir auf, dass der Motor Backbord nicht schwenkbar ist. Was soll das? Wir haben mittlerweile 15kn Wind und wenn ich nicht gegensteuern kann macht alles keinen Sinn. Also gucken, woran das liegt. Im Motorraum finde ich einen langen Schraubenzieher der in seiner Halterung nicht richtig drin ist und die Schwenkmechanik verhindert. Passt.

Das Anlegemanöver wird eingeleitet. Ich schlage einen Bogen, setze das Boot mit dem Heck in Richtung Kaimauer, fahre Rückwärts und lasse den Anker fallen. Bei 50 Meter Kette bin ich noch immer zu weit von der Kaimauer entfernt und ich merke das Boot hängt in der Kette. Der Wind drückt von Steuerbord in Richtung Steg. Ich steuere mit der Maschine dagegen und lasse weiter Kette fallen. Bei drei Meter von der Kaimauer brechen wir das Manöver ab. Wir sind richtig gerade reingefahren und wären jetzt andere Boote da würden sie mithelfen, so wie es üblich ist.

Mehr Wind als gewünscht

Der Wind wird immer stärker und jetzt muss alles schnell gehen. Conni geht vor zum Ankerkasten und holt die Kette ein. Ich steuere gegen den Wind damit das Boot nicht in den Steg gedrückt wird. Alle hat prima geklappt und wir sind glücklich. Auf dem nach Hause Weg wird der Wind immer stärker. Wer hat den bestellt? Laut Wetterapp sollten wir max. 17-18kn haben.

Was ist die Wahrheit laut Anzeige? 29kn!! Und zwar fast auf die Schnauze. Nicht schön. Das Boot schlägt mit dem Bug in die Wellen und ich erhöhe die Drehzahl auf 2200U/min. Bei normalen Wetterverhältnissen würden wir ca. 5,5kn fahren. Jetzt drückt uns der Wind auf 3,3kn runter. Wir überqueren den offenen, windigen Bereich und schwenken Richtung Preveza. Conni will auch einmal um eine Tonne fahren und macht das, um ein Gefühl für das Boot zu kriegen. Gut hat sie das gemacht.

Abendausklang

Auf unserem Lieblingsplatz angekommen, preschen wir wieder vor und sind das naheste Boot am Ufer. Conni bereitet unser Abendessen vor und wir lassen es uns schmecken.