Marina Cleopatra

Wir fahren zurück nach Preveza durch den Lefkada Kanal aber jetzt in die andere Richtung und das bedeutet zum richtigen Zeitpunkt vor der Drehbrücke zu stehen denn der Kanal ist knapp 7Km lang und hat an der Stelle vor der Drehbrücke nur 26 Meter und eine starke Gegenströmung. Ich versuche die richtige Zeit zu berechnen und trimme mit der Geschwindigkeit. Wir haben den Vorteil die Ersten zu sein und keiner kann uns Überholen. Kommen doch zu früh rein und müssen ein wenig Warten. Ist gar nicht so einfach im engen Kanal und bei Seitenwind. Endlich ertönt die Sirene und die Brücke dreht sich.

Wir fahren los aber die Gegenströmung bremst gewaltig. Die Brückenwärterin macht Zeichen schneller zu fahren. Meint sie ich wollte nicht? Geht aber nicht. Wir sind endlich durch und setzen Kurs auf Preveza. Hier angekommen lassen wir den Anker fast an der gleichen Stelle fallen wie vor einigen Tagen. Demnächst kommt unsere alte Lady an Land und kann sich für einige Monate ausruhen. Aber davor müssen wir sie für den Winter vorbereiten und dafür benötigten wir letztes Jahr drei Tage. Es gibt unheimlich viel zu beachten: die Wassertanks müssen geleert und getrocknet werden, das Duschbecken muß gereinigt werden, Stromkreise getrennt, Batterien gefüllt, Innenborder und Außenborder von Salz gereinigt, Sitzauflagen und Fender gewaschen und verstaut u.v.m. Die Arbeit muß aufgeteilt werden denn einiges kann man auf dem Wasser machen aber das Meiste muß an Land gemacht werden. Wir machen die Vorbereitungen auf dem Wasser und fahren nun Richtung Winterplatz in der Marina Cleopatra. Hier angekommen gehen wir zuerst an Land und kucken uns das Ganze an. Wo müssen wir hin, wie kommt dre Kran u.s.w. Wir sprechen mit den Marineros und vereinbaren uns per Funk zu melden. Wir fahren mit dem Dinghi zurück zum Schiff und warten auf unseren Termin um 13:30. Unsere Zeit naht und wir melden uns per Funk wieder. Plötzlich heißt es „rufen sie und bitte per Telefon an!“ Hä? Was ist jetzt los? Wieso telefonisch? Also gut. Wir machen es. Nun Überraschung!! Es wurde nicht wahrgenommen das wir einen Katamaran haben denn der kostet 50% mehr. Wie bitte? Trotz eingesandter Unterlagen wie Bootsanmeldung und Versicherung weiß man nicht in einer Marina das eine Prout Snowgoose ein Kataman ist. Es geht ein wenig hin und her, es wird verhandelt und wir einigen auf 25% mehr. Wir warten und warten. Unser Termin ist längst verflossen und wir befürchten im Wasser zu bleiben. Kurz vor Feierabend werden wir doch ins Dock gerufen.

Der Kran kommt

unsere alte Dame wird aus dem Wasser gehoben

und wird an ihren Liegeplatz an Land gebracht.

Jetzt kehrt Ruhe ein. wir sind sicher an Land und es kann nichts mehr passieren. Wir können nun Bilanz der Schäden über die Saison ziehen . Batterien sind seit einigen Tagen kaputt. Wir können nachts keinen Stromverbraucher einschalten also auch kein Toplicht oder Deckbeleuchtung, Klodeckel ist gebrochen, Warnlicht der Toilette ist kaputt, der Inverter spinnt und fällt aus wenn er Lust hat auch ohne Abnehmer, die Ruderstandsanzeige muss nach einer Grundberührung bei Sturm in Korfu gerichtet werden, das Rigg muss getrimmt werden und ich habe einen größeren Fehler gemacht

Steuerbord Bug ist beschädigt und muß vom Fachmann repariert werden. Wie man sieht läuft Wasser aus dem Bug und das ca. 1/2 Stunde nachdem das Schiff an Land ist. Wo passt da so viel Wasser rein? Das hat aber die alte Lady nicht beeindruckt denn das war vor sechs Monaten und sie hat sich nichts anmerken lassen. Sie hat uns brav über 3500 Km durch Frankreich, Italien, Albanien und Griechenland über das Mittelmeer gebracht. Sie wird wieder instandgesetzt. Versprochen. Während wir arbeiten hat sich ein Wachhund angesiedelt. Conni hat ihn Jakomo genannt denn seit unserem Besuch beim Markus in Plataria heißen alle Hunde so.

Wir schaffen die Vorbereitungen an Land für den Winter diesmal in zwei Tagen und am letzten Abend gehen wir Essen um Abschied von Griechenland zu nehmen

und kucken uns einen letzten schönen Sonnenuntergang am Meer an.

Am nächsten Morgen machen wir alles zu und laufen zum Flughafen nach Preveza

Mit dem Flugzeug nach Stuttgart geht es über die Alpen

und in Stuttgart gibt’s das erste deutsche Bier :-))

Anschließend mit dem Zug nach Nürnberg wo wir von Chris, unserem älteren Sohn, abgeholt werden.

So unsere Lieben wir sind jetzt zu Hause und werden erst nächstes Jahr weiter über unsere Erlebnise berichten können. Pläne schmieden wir jetzt schon. Wir wissen wo wir die ersten Wochen verbringen werden. Im Ambrakischen Golf. Hier soll es Schildkröten und Manta Rochen geben, das Wasser soll von sehr guter Qualität sein und durch die geringe Tiefe des Golfes soll man schon im Mai schwimmen können da das Wasser warm ist. Das haben uns andere Segler erzählt. Wir werden berichten.

Wir wünschen Euch allen eine schöne Zeit und viel Gesundheit.

Bis nächstes Jahr.

Tschüüüss.