Porto Rafti

Wir verlassen die Bucht vor dem Poseidon Tempel und ziehen weiter nach Norden in Richtung Evia Kanal. Unser nächster angepeilter Stop ist Porto Rafti. Hier wird von allen empfohlen anzulegen wer jemanden an Bord nehmen will der mit dem Flugzeug nach Athen kommt. Vom Flughafen nach Porto Rafti sind es nur 15Km, also 20 Minuten Fahrt und man kann mit dem Taxi bis ans Ufer fahren. Gäste ins Dinghi packen und los geht’s.

Die Bucht ist unheimlich weit und gut geschützt mit einer angenehmen Wassertiefe von 6m bis 8m. Das Wasser ist nicht das schönste aber sauber genug zum Baden. Wir werfen den Anker und kucken uns um. Viele Schiffe liegen an der Boje. Scheint auch so eine Sommer-Pausen-Stelle wie Poros zu sein bietet aber den Vorteil der Nähe zum Flughafen.

Dank der Drohne gibt es ein Blick auf unseren Liegeplatz und Rundblick über die Bucht.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Dinghi in den Hafen um anzulegen um den Ort zu erkunden.

Ich muss sagen war unangenehm überrascht. Ort macht keinen gepflegten Eindruck obwohl er vom Wasser aus sehr schön aussieht. Es gibt wenig geteerte Straßen sondern haupsächlich Schotterwege, macht besonders Spass wenn ein Auto vorbeifährt und man Staub fressen kann und wenn man endlich die Hauptstraße erreicht stellt man fest das es keinen Gehweg gibt. Man muß quasi auf der Straße laufen und gut aufpassen denn die Autos nehmen es mit dem Abstand zu Fußgänger nicht so genau nach dem Motto was sucht der hier, fliegen soll/könnte/muss er. Geschäfte gibt es genug und alles was man möchte aber nach einer Planung sieht der Ort nicht aus. Jeder hat gebaut wie und wo er wollte. Ein Laden ist am Straßenrand der nächste 50m weiter hinten, der nächste in 100 Meter. Sieht alles ziehmlich haotisch und trostlos aus. Vielleicht sind wir von Poros und Galatas der letzten Wochen zu verwöhnt wo die Straßen gekehrt und die Mülleimer sogar bis zu drei Mal täglich geleert wurden.

Wir kehren zum Schiff zurück machen Mittag und Siesta. Kaum habe ich mich hingelegt schrecke ich hoch. Was war das? Ein entferntes Grollen? Kurzer Blick in die Wetterapp denn heute früh war nichts und tatsächlich eine Regenfront nähert sich. Regen!! Was ist das? Hatten wir die letzten drei Monate nicht. Als es zu regnen beginnt nutze ich die Gelegenheit das Schiff zu waschen.

Leider ist der Regen viel zu kurz aber trotzdem erfreulich. Luft ist rein und es hat ein wenig abgekühlt. Nur noch 28 Grad.

Am Abend fahren wir mit dem Dinghi an das andere Ufer der Bucht um Essen zu gehen. Wir suchen eine Anlegemöglichkeit um unser Dinghi festzumachen. An einem alten teils versunkenem Kai finden wir eine Möglichkeit. Wir legen an, Conni steigt aus und hält das Dinghi bis ich aussteige, so machen wir es immer. Dann übernehme ich die Bugleine um das Dinghi festzumachen. Ich mache es fest und richte mich auf. Als ich mich umdrehe sehe ich Conni gerade im Meer verschwinden. Sie ist auf der glitschigen Kaimauer ausgerutscht und angezogen und samt ihrem Rucksack in dem sie Geldbeutel, Handy usw. hat ins Wasser gefallen. Aber lautlos!! Kein Ahhh, kein Hilfe, nichts. Es hat kurz geplätschert und sie war weg. Kann immer wieder passieren. Wir fahren zurück zum Schiff, Conni duscht sich kurz ab, zieht sich um und wir kehren an die gleiche Stelle zurück. Diesmal geht alles gut und nach einem kleinen Spaziergang entlang der Promenade lassen wir uns in einem Lokal nieder. Selbstverständlich mit Blick auf unser Wohnsitz.

Am nächsten Morgen wandern wir wahllos durch die Stadt, erledigen noch einige Einkäufe und gehen zurück auf’s Schiff. Abends gehen wir raus auf ein Bierchen, setzen uns auf eine Bank an der Promenade und kucken einfach den Menschen zu die vorbeigehen. Es sind viele junge Familien mit kleinen Kindern oder nur die Großeltern mit den Enkelkindern. Es ist schön den Kleinen zuzuschauen. Und mein Gott hier in Griechenland dürfen die Kinder, insbesondere die Kleinen, wirklich alles. Ein sehr buntes Treiben. Einfach schön. Irgendwann gehen wir wieder auf’s Schiff. Morgen wollen wir weiter. Demnächst kommen unsere „Kinder“ auch zu Besuch. Wir wollen einige schöne Stellen erkunden wo wir mit ihnen hinfahren können.