Straße von Messina

Da sind wir nicht stehen geblieben aber das Befahren der Starße von Messina und die damit verbundenen Ereignisse und Vorbereitungen trieben mich dazu einen eigenen Beitrag zu leisten.

Es hat mich schon vor Wochen gewundert als Markus von der Milonga mich fragte: „Bist Du schon durch die Straße von Messina?“ Nö aber es machte mich ein wenig neugierig und ich fing an zu recherchieren. Au Backe!! Was ich da gelesen habe ließ bei mir einige Rädchen im Hnterkopf schneller drehen. Weiter lesen und kucken was wichtig ist. Wichtig ist so ziemlich alles. Wetter, Wind und überhaupt die Uhrzeit!! Denn hier in der Straße von Messina entstehen Strömungen die z.B. unsere PURR bei Volllast der Maschine fast auf der Stelle fahren lassen würden. Wir fahren im Normalbetrieb bei 2000 Umdrehungen je nach Hochwetterlage mit 5 Knoten und bei Rückenwind und guter Strömung (also freier Fall) bis zu 5,8 Knoten. Wenn ich die Maschine quälen muss fahre ich sie auf maximal 2900 Umdrehungen um dann auf 7, etwas Knoten zu kommen. Aber das geht zu Lasten des Materials und des Verbrauchs. Das will ich nicht. Aber zurück zum Thema. Auf verschiedenen Sites unter anderem Skypperguide.de findet man Hinweise auf eine speziell dafür entwickelte Site www,correntidellostretto.it wo man sehen und berechnen kann was wann auf einen zukommt. Ich glaube die Site wurde nicht umsonst ins Leben gerufen.

Man kann sich auch den Überblick in Tabellenform beschaffen

Aber das erste Bild zeigt die aktuellen Werte zur Zeit der Abfrage und dort steht 6,51 Knoten Strömung. Wenn wir jetzt nach Norden wollten wäre das ein sinnloses Unterfangen denn wir würden mit einem halben Knoten vorankommen. Dazu kommt die Strecke von fast 20Km (habe nicht bei Wiki gekuckt sondern in meiner App den kritischen Bereich gemessen) die zurückzulegen ist. Das alles ist unter „Zeitdruck“ durchzuführen denn man hat nur 6 Stunden Zeit, danach geht das Spielchen in die andere Richtung. Durch die extrem starke Strömung entstehen riesige Wirbel und das Wasser kocht richtig. Zu bedenken wäre noch wir sind nicht die Einzigen die hier herumtingeln. Ich meine nicht kleine Sportboote, Segelboote oder Yachten sondern riesige Fracht- und Containerschiffe, Fähren die über viele tausende PS verfügen und mit 20 oder mehr Knoten vorankommen. Denen mit einem halben Knoten aus dem Weg zu gehen kann ganz blöd für uns ausgehen. Hinzu kommen die Schwertfischfänger die da kreuz und quer fahren um die tagsüber an der Oberfläche schlafenden Schwertfische zu harpunieren. Alles nicht so einfach auf diser Straße von Messina.

Wir wollten um 06:00 los und ich wache um 06:35 auf. Mist noch nicht zu spät. Im Eiltempo alles vorbereiten und los. Wir fahren ordnungsgemäß auf die Richtige Seite und halten Ausschau nach schnellen Fähren und anderen Schiffen. Da ist was richtig los. Verkehr wie am Plärrer.

Die sind alle nicht so schlimm. Conni kuckt nach hinten ud sieht einen kleinen weißen Punkt. Ich glaube da kommt eine Fähre sagt sie. Und ehe wir uns versehen rauscht das Teil an uns vorbei. Hat mit Sicherheit über 35Kn. Irre. Wir sind auch nicht langsam. Bei normalem Betrieb (siehe oben) sind wir wesentlich schneller als sonst.

2,5Kn schneller als üblich auch nicht schlecht. Wir müssen einige Ausweichmanöver durchführen und passieren die Straße von Messina. Die Aufregung legt sich, die Vorbereitungen waren gut, wir haben Halbwind von Steuerbord und setzen die Genua zur Unterstützung des „Yanmar-Segels“. Schaun wir mal wie weit wir kommen.